Kultstück „Der Messias“ im Pumpenhaus
Weihnachten kann kommen

Münster -

„Die Mausefalle“ in London mag das am längsten gespielte Stück der Welt sein (mit wechselnder Besetzung). „Der Messias“ in Münster aber ist seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten desselbe Stück in derselben Besetzung – das dürfte einzigartig sein. Nächste Woche betreten die drei Helden Pitt Hartmann, Benedikt Roling und Gabriele von Groote unverdrossen die Bühne im Pumpenhaus, um zu versuchen, die Weihnachtsgeschichte zu erzählen.

Donnerstag, 11.12.2014, 07:12 Uhr

Benedikt Roling wird im „Messias“ unter anderem wieder den Weihnachtsengel mimen.
Benedikt Roling wird im „Messias“ unter anderem wieder den Weihnachtsengel mimen. Foto: bel

Das Stück erzählt, wie Theaterdirektor Theo (ein schleimiger Kaffeefahrten-Conférencier) und sein Helfershelfer Bernhard (ein pannen-affiner Provinz-Mime) versuchen, die Weihnachtsgeschichte mehr schlecht als recht über die Bühne zu bringen. Und Frau Timm singt dazu. Am Ende. Doch vorher gibt es reichlich Gelegenheit für Streit zwischen den Schauspielern: Roling herrscht als Maria den Hartmann als Josef an: „Hast Du je versucht, eine 14-jährige Jungfrau zu spielen?“ Aber die beiden sich mühenden Darsteller Theo und Bernhard wissen auch um ihre Einzigartigkeit: „die Geburt eines Kindes, dargestellt durch zwei Männer“.

Im Laufe der Jahre hat sich einiges verändert: Seit drei Jahren trägt Theo ein Haarteil, weil es Hartmann zu mühselig wurde, sich im Sommer die Haare wachsen zu lassen, um sie dann über den breiten Scheitel zu verteilen. Auch anderes musste erneuert werden: die Hosen wegen der Löcher im Knie, die Steiff-Schäfchen wegen eines Motten-Befalls, und die Flügel sind das dritte Paar. Selbst Gottvaters Bart musste mal erneuert werden, weil er irdisch zu müffeln begann.

Manches musste in den Jahren angepasst werden, denn in der Inszenierung von Martin Jürgens gibt es launige Anspielungen auf zeitgenössische Zustände. Die haben sich natürlich geändert. Und so musste die ein oder andere Stelle verändert werden. Die Persiflage auf Franz-Josef Strauß beispielsweise ist inzwischen auf Horst Seehofer übergegangen.

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Die Premiere ist am Mittwoch (17. Dezember) um 20 Uhr im Pumpenhaus, Gartenstraße 123. Vorstellungen sind täglich bis 23. Dezember sowie vom 27. bis 30. Dezember, ferner vom 2. bis 4. Januar 2015. Eine Familienvorstellung findet am 21. Dezember um 15 Uhr statt. Karten (16 / 12 Euro) gibt es im WN-Ticket-Shop, Prinzipalmarkt 13-14, oder unter ✆ 23 34 43 sowie online. 

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