Kinder begeistert vom „Nussknacker“ des Pindakaas-Quartetts
„Einfach alles“

Münster -

„Einfach alles“, antwortet Lea (Grundschülerin aus Handorf) begeistert auf die Frage, was ihr an der Aufführung „Nussknacker und Mäusekönig“ am Besten gefallen habe. Eric, der noch in den Stern-Kindergarten geht, wird schon deutlicher: „Wie der Mechanikus Droßelmeier hingeplumpst ist“. Die Vorschul- und Grundschulkinder im vollen großen Saal des Hauses Münsterland waren hin und weg von der rezitativ-musikalischen Adaption des E.T.A. Hoffmannschen Kunstmärchens, das Berühmtheit durch Tschaikowskys Ballett erlangte.

Donnerstag, 18.12.2014, 16:12 Uhr

In der komisch-kauzigen Rolle des erzählenden Onkel Droßelmeier ging der Berliner Schauspieler Frank Dukowski vollkommen auf, der zudem abwechselnd auch den verwunschenen Nussknacker , den siebenköpfigen Mausekönig , die kleine Anna (bei Hoffmann noch Marie) sowie andere Nebenfiguren spielte. Musikalisch effektvoll unterstützt wurde der Solist durch das Saxofonquartett Pindakaas, das in der Besetzung Marcin Langer , Guido Grospietsch, Anja Heix und Matthias Schröder nicht nur ein halbes Dutzend Blasinstrumente bediente, sondern auch gewitzte schauspielerische Akzente setzte.

Man habe inhaltlich bewusst auf die zuckersüße Ballettversion von Tschaikowsky verzichtet, sehr wohl aber Auszüge seiner Kompositionen verwendet, meinte Matthias Schröder von Pindakaas. Aber dort, wo es nötig schien, habe man auch andere Musik eingearbeitet, so von Mussorgski, Strawinski, Schumann und sogar Schönberg . Auch den Plot habe man straffen und kindgerecht darbieten müssen, erklärt Schröder.

Dass manches aus Hoffmanns Märchen weggelassen wurde, war der Siebenjährige Sophie keineswegs entgangen, denn sie hatte es in der Schule behandelt: zum Beispiel, dass der Mechanikus Anna fortwährend in den Ascheneimer einsperrt, weil sie seine Wanduhr immer wieder verstellt.

Nachdem der „Nussknacker“ im November 2013 auf dem Kleinen Bühnenboden seine Vorpremiere erlebt hatte und mehr als zwei Dutzend auswärtige Aufführungen vor mehr als 10 000 Kindern gegeben wurden, kehrte die gefeierte Inszenierung (Regie Bart Hogenboom) nun in die Domstadt zurück.

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