Junges Sinfonieorchester spielte mit Chi Ho Han Rachmaninows zweites Klavierkonzert
Grenzenloser Jubel in der Aasee-Aula

Münster -

Chi Ho Han – ein Name, den man sich merken sollte. Der 22-jährige Koreaner war der umjubelte Star beim Semesterabschlusskonzert des Jungen Sinfonieorchesters in der Aasee-Aula. Den mit vielen renommierten Preisen aus der ganzen Welt ausgezeichneten Pianisten überhaupt gewonnen zu haben, ist ein echter Coup des JuSis.

Donnerstag, 05.02.2015, 18:02 Uhr

Chi Ho Han (mit Blumen) und Bastian Heymel
Chi Ho Han (mit Blumen) und Bastian Heymel Foto: fwi

Nun braucht man für Rachmaninows zweites Klavierkonzert in c-Moll, das den Abend eröffnete, nicht nur einen veritablen Virtuosen, sondern auch einen Interpreten mit Seele und Hingabe. Gerade asiatischen Pianisten haftet aber der Ruf an, außer einer brillanten, aber klinisch reinen Technik nicht viel zu bieten zu haben. Nicht so Chi Ho Han, bei dem zur schier atemberaubenden Technik noch viel Musikalität hinzukommt. Wunderbar, wie Han in all der Düsternis der Klangfarben noch die russische Glut durchscheinen ließ.

Dirigent Bastian Heymel hatte sein Orchester bestens darauf eingestellt, herzerwärmend waren besonders die Streicher. Der Jubel nach dem letzten Akkord in der voll besetzten Aasee-Aula war grenzenlos, so dass noch zwei Zugaben folgten. Eine davon war eine irrwitzige Variation über Mozarts „alla turca“-Marsch, die einen nur noch staunend zurückließ.

Unter dem Motto „(R)Evolution? Ein spätromantisches Gipfeltreffen um 1900“ stand mit Sibelius’ zweiter Sinfonie in D-Dur ein weiteres Werk auf dem Programm, das so gesehen gar keine Revolution darstellte. Das spielte auch keine Rolle, denn der satte, herbe und nur selten aufgehellte Tonfall des Werks schien wie geschaffen für das Orchester. Streicher und Holzbläser verbreiteten im ersten Satz in schöner Abstimmung pastorale Stimmung, während einen im zweiten Satz die Blechbläser großartig mit schicksalhaften Klangflächen erschauern ließen.

Bei einem so großen Werk ist es nicht leicht, die Spannung stets hoch zu halten. Gegen Ende ließ sie dann auch nach, die Schlussapotheose wirkte ein wenig zu forciert. Dennoch: Ein rundum gelungenes Konzert, das mit Recht großen Applaus einfuhr. Als Rausschmeißer gab es die Titelmusik aus „Fluch der Karibik “ noch obendrauf.

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Das Konzert wird am Freitag (6. Februar) um 20 Uhr in der Aula am Aasee wiederholt. Eintritt frei.

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