Steinway-Förderpreis 2015
Yoshiko Furukawa gewinnt mit Brahms

Münster -

Den münsterischen Ableger des Steinway-Förderpreises gibt es seit 2012. Er fördert besonders begabte Studierende des Hauptfachs Klavier an der Musikhochschule Münster. In diesem Jahr setzte sich die Michael-Keller-Schülerin Yoshiko Furukawa durch: Sie spielte nichts als Brahms.

Freitag, 13.02.2015, 15:02 Uhr

Yoshiko Furukawa spielte die Fantasien op. 16.
Yoshiko Furukawa spielte die Fantasien op. 16. Foto: spe

Was spielen junge Pianisten, wenn sie nur 15 Minuten Zeit haben? Alles mögliche, nur nicht Wiener Klassik. Beim Wettbewerb um den Steinway-Förderpreis 2015 im Pianohaus Micke erklang quirliger Scarlatti neben kniffligem Schönberg , die verträumte Skrjabin-Etüde neben Clara Schumanns vergeistigten fis-Moll-Variationen – ein kurzweiliges Sammelsurium.

Sechs Finalisten bewarben sich um die vom Bankhaus Lampe gestifteten 2000 Euro Preisgeld; Schülerinnen und Schüler der sechs Klavierklassen an der münsterischen Hochschule, die bereits vorab ausgewählt worden waren. Mit Bedacht, das musikalische Niveau war außergewöhnlich hoch.

Vasco Dantas Rocha, ein Schüler von Heribert Koch, füllte seine 15 Minuten mit einem einzigen Stück, der Spanischen Rhapsodie von Franz Liszt. Das ist ein Happen für hungrige Junglöwen, und der Pianist langte mit kräftigem Appetit zu. Eine farbenreiche, vitale Interpretation, der allenfalls ein bisschen Pranke fehlte, die aber völlig zu Recht den dritten Preis (350 Euro) erhielt.

Chi-An Huang biss ebenso herzhaft zu und holte aus Manuel de Fallas skurriler „Fantasia Baetica“ glutvolle Klänge und viel spanische Gitarrenleidenschaft heraus, zeigte dabei aber noch eine Spur mehr Eleganz und Raffinesse. Ein souveräner zweiter Preis (650 Euro), den die Peter-von-Wienhardt-Schülerin schon für ihre weltläufige Rachmaninow-Etüde als Vorspiel verdient hätte.

Selten war sich eine münsterische Steinway-Jury so einig wie beim mit 1000 Euro dotierten ersten Preis. Rada Petkova-Ventura, Prof. Piotr Oczkowski und Prof. Ulrich Rademacher verständigten sich ohne weitere Diskussion auf Yoshiko Furukawa , eine Schülerin von Michael Keller. Die junge Frau hatte nichts als Brahms dabei, die Fantasien op. 116. Aber wie! Blühender Klang, kraftvoller Zugriff, poetische Innigkeit, dabei brahmsisch durch und durch – das dankbare Publikum ließ sich von dieser zwingenden Interpretation in den Bann ziehen.

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