Moshe Kahn präsentiert seine Übersetzung des Romans „Horcynus Orca“
Eines der letzten unentdeckten Werke

Münster -

Zwei charismatischen Literaten – einem Verleger und einem Übersetzer - ist es zu verdanken, dass eines der letzten unentdeckten Werke der literarischen Moderne (vergleichbar nur mit Romanen von Joyce, Kafka, Musil, Proust) nicht nur ins Deutsche, sondern überhaupt erstmals übersetzt worden ist. Der Verleger ist Egon Ammann, der es an den S. Fischer-Verlag vermittelt hat, und der Übersetzer ist Moshe Kahn, der in diesem Jahr mit dem deutsch-italienischen Übersetzerpreis ausgezeichnet (und für den Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse nominiert) worden ist.

Freitag, 13.03.2015, 17:03 Uhr

Moshe Kahn
Moshe Kahn Foto: Benjamin Geissler

Egon Amman hat seine Teilnahme absagen müssen, und so wird Moshe Kahn am Montag (16. März) um 20 Uhr im Lesesaal der Stadtbücherei den Roman „Horcynus Orca “ alleine vorstellen – ein fast 1500 Seiten umfassendes Epos, das sein Autor Stefano D’Arrigo (1919-1992) nach jahrzehntelangen Überarbeitungen 1975 veröffentlichte. Im März steht der Roman auf Platz 2 der SWF-Bestenliste, und soeben ist er auch zum „Buch des Monats“ gewählt worden.

Die Landschaften um die Straße von Messina bilden die Brücke zwischen den Mythen der Antike und der Gegenwart. Hier, zwischen Skylla und Charybdis, hörte Odysseus den Gesang der Sirenen. Und genau zu diesem Ort, seinem Zuhause, ist Stefano D‘Arrigos Held unterwegs. Die Handlung des Romans umfasst lediglich vier Tage: Ein 1943 nach dem Zusammenbruch der Marine heimkehrender Matrose erfährt, was der Krieg aus den Menschen gemacht hat. Eine geheimnisvolle Frau hilft dem Fischer ohne Boot über die Meerenge, aber letzten Endes ist es eine Heimkehr mit tödlichem Ausgang.

Diese „moderne Odyssee“ mit ihrer archaisierenden Verfremdung der Sprache stellt höchste Anforderungen an den Übersetzer, Moshe Kahn hatte es sich fast zur Lebensaufgabe gemacht, für das sizilianische Italienisch mit seinen bildstarken und metaphernreichen Dialekten und erdigen Phonemen eine Entsprechung zu finden, die den großen Wurf des Romans, seine sprachliche Finesse und seine weiten Anspielungsräume lebendig werden lässt.

Hubert Spiegel im Deutschlandfunk : „Es wäre falsch, fahrlässig, kleinmütig, schwerhörig, blindäugig und unangemessen, über dieses Buch ohne eine gehörige Prise Pathos sprechen zu wollen: Was für ein Werk, was für eine Entdeckung!“

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Karten: Rosta Buchladen, Aegidiistraße 12, ✆ 44926.

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