Galerie Schneeberger zeigt Udo Scheel und 13 seiner ehemaligen Meisterschüler
Künstlerisches Klassentreffen

Münster -

Der Galerist wollte eine Ausstellung zum 75. Geburtstag des Künstlers. Der Künstler wiederum wollte nicht alleine ausstellen, sondern „eingepackt“ sein. Also hat er 13 seiner ehemaligen Meisterschüler angesprochen und zusammen mit ihnen eine ganze Ausstellungsreihe organisiert. „Klassentreffen“ heißt das Projekt, das am Freitag in der Galerie Schneeberger eröffnet wurde und bis zum 25. September dauert. Das Besondere an der Ausstellung ist, dass sie immer wieder mit neuen Bildern bestückt wird und so einen Überblick über die Arbeit der Kunstakademie Münster bietet, an der Scheel von 1972 bis 2005 als Professor gelehrt hatte.

Sonntag, 22.03.2015, 15:31 Uhr aktualisiert: 27.03.2015, 16:09 Uhr
Udo Scheel und 13 seiner Meisterschüler zeigen eine Auswahl ihres Schaffens in der Galerie Schneeberger. Scheels Bilder haben zuweilen eine ironische Komponente. Dann wachsen zum Beispiel wie hier die Tasten zweier Klaviere zusammen.
Udo Scheel und 13 seiner Meisterschüler zeigen eine Auswahl ihres Schaffens in der Galerie Schneeberger. Scheels Bilder haben zuweilen eine ironische Komponente. Dann wachsen zum Beispiel wie hier die Tasten zweier Klaviere zusammen. Foto: Jasny

In seiner Eröffnungsrede würdigte Scheel die Akademie als eine Art „Ateliergemeinschaft auf Zeit“, die ein wechselseitiges Lernen in einem „dialogischen Kontext“ ermögliche. Es gehe darum, zur Malerei zu stehen, und zwar in all der Komplexität, die ihr innewohnt. Dabei kämpfe vordergründig jeder für sich alleine, aber insgesamt wirkten alle solidarisch zusammen im Zeichen der Kunst. Daraus resultiere auch, dass Maler nicht antreten, um Einfamilienhäuser aufzuhübschen.

Unter dem Begriff „Münstersche Schule“, der seit den 1980er Jahren immer wieder auftaucht, versteht Scheel „eine Malerei, die über Abstraktion und Informel wieder zur Figuration gelangt ist“. Dass Kunst durchaus auch eine ironische Komponente haben kann, zeigt er in einem Bild mit zwei Klavieren, die an den Tasten so zusammengewachsen sind, dass man unmöglich darauf spielen kann. Um diesen Blickfang gruppieren sich die Arbeiten der Schüler. Rückenansichten von Personen vor weiter Landschaft sind zu sehen, schwebende Hunde, Stillleben, Akte und eine mit Bleistift kühn hingeworfene träumende Frau. Daneben findet man Stadtansichten mit Gebäuden im Grenzbereich zwischen Realismus und Abstraktion oder Collagen aus Tuch, die mit der Wirkung komplementärer Farben spielen. Von kreativem Gekritzel bis hin zu sorgfältig ausgeführten Ölgemälden reicht das Spektrum der Arbeiten. Alle verraten neben einer eigenen Handschrift auch das permanente Suchen und Probieren, das nötig ist, um eine solche zu entwickeln.

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Galerie Schneeberger: Mo bis Fr von 11 bis 15 Uhr und nach Absprache  

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