Barock-Oper „Dido and Aeneas“ in der Musikhochschule
Mit modernem Anstrich

Münster -

Riesenandrang am Samstagabend in der Musikhochschule. Kurz vor Beginn der Premiere von Henry Purcells barocker Oper „Dido und Aeneas“ wurden noch rasch einige zusätzliche Stühle in den Konzertsaal der Musikhochschule gestellt. In der diesjährigen Opernproduktion der Gesangabteilung hatten Studierende der Klassen von Annette Koch, Ines Krome und Birgit Breidenbach gemeinsam mit Benedikt Bormann (Regie) und Hyolim Chi (musikalische Leitung) die erste Oper des bedeutendsten englischen Komponisten des Barock erarbeitet.

Sonntag, 03.05.2015, 17:05 Uhr

Valentina Rieks brillierte als Belinda.
Valentina Rieks brillierte als Belinda. Foto: ukc

Nur ein großes Bühnenbild genügte als Kulisse. Vor ihr brillierten Sopranistin Sonja Grevenbrock (Dido) und Bariton Enno Kinast (Aeneas) in ihren beiden Hauptrollen. Pia Oertel hatte Requisiten und Kostüme spärlich eingesetzt.

Die Handlung basiert auf Vergils römisch-antikem Epos „Aeneis“, in dem der trojanische Held Aeneas und die kathargische Herrscherin Dido sich ineinander verlieben. Großartig gelang Sopranistin Valentina Rieks die Partie als Didos Vertraute Belinda. Bald verschwören sich zwei Hexen (Xin-Pan, Gijn Nam) mit Didos Feindin, der Zauberin (Yue Wu) gegen Dido. Ein Geist in der Gestalt des Merkur (großartig von Countertenor Chen-Han Lin gesungen) erscheint Aeneas und erinnert den Ahnen der Gründer Roms an seine Pflicht, nach Italien weiterzureisen. Lichteffekte erzeugten die passenden Stimmungen, in denen Geister und Hexen als Schatten erschienen, bevor Tenor Stefan Sbonnik als erster Matrose zum Ankerlichten rief. Dido verzweifelt und begeht Selbstmord.

Hyolim Chi spielte den schlanken Orchesterpart am Klavier. Lukas Oppermann übernahm mit der Konzertgitarre den Continuopart. Diese Form der Instrumentierung gab dem barocken Werk einen modernen Anstrich , mit zahlreichen klangschönen Momenten. Nur wenige Details, wie ein spitzes Sulponticello oder ein krachendes Rasgueado an der ansonsten sehr schön und sauber klingenden Gitarre wirkten manieriert.

Mit langem Applaus dankte ein begeistertes Publikum für eine insgesamt ausnahmslos hervorragende Gesamtleitung aller Beteiligten.

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Eine weitere Aufführung des Stücks findet am kommenden Samstag, 9. Mai, um 18 Uhr im Konzertsaal der Musikhochschule statt. Der Eintritt ist frei. Um eine telefonische Kartenreservierung unter ✆  02 51/83 27 410 wird gebeten.

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