Anspruchsvoller Chorgesang
Klar wie Quellwasser intoniert

Münster -

Aus Edward Elgars berühmten „Enigma-Variationen“ ist dies die berühmteste: „Nimrod“. In der achtstimmigen Bearbeitung, als Agnus Dei, entdeckte man den „Nimrod“ förmlich neu. Und so beseelt, wie der Kammerchor „canticum novum“ unter Michael Schmutte das sang, glaubte man, die sakrale Aura hätte schon immer in dieser Musik gesteckt.

Montag, 15.06.2015, 18:06 Uhr

Michael Schmutte und sein Chor
Michael Schmutte und sein Chor Foto: zin

„Ewige Liebe“ war das Nachmittagskonzert in der Herz-Jesu-Kirche überschrieben. Die Interpreten ließen keinen Zweifel, dass dem reinen, klaren Chorgesang das Entscheidende fehlen würde ohne den Glauben, der diesen Stücken innewohnt. Zwei kurze Lesungen von Chorleiter Schmutte („Es ist, was es ist“ von Erich Fried ) bekräftigten dies.

Dass canticum novum für feine, anspruchsvolle Kunst des Chorgesangs steht, muss nicht mehr betont werden. Das Besondere an diesem Konzert waren aber nicht zuletzt die zahlreichen Werke von der britischen Insel. Das Renaissance-Flair eines William Byrd oder Thomas Tallis wurde klar wie Quellwasser intoniert. So gefiel bei Byrds „Ave verum corpus“ das fein ausziselierte kanonische Geflecht; Gustav Holst hingegen fühlte sich in seinem Chorsatz wunderbar in die Wurzeln der englischen Volksmusik ein (im Falle von „This Have I Done for My True Love“ ein altes Lied aus Cornwall). Und der versonnen sich wiegende Tanzschritt kontrastierte angenehm mit dem meditativen Gleichmaß von Monteverdi und Co. „Fruit of Silence“ hatte Peteris Vasks auf einen Text von Mutter Teresa komponiert. In der Süße des Klanges (inklusive Klaviertupfern von Clemens Rave) tat das Stück des Guten zu viel, zeigte aber wunderbar die exzellente Pianokultur des Chors. Kein Wunder, dass es am Anfang wie auch am Ende des Konzerts stand.

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