Semesterabschlusskonzert des Jungen Sinfonieorchesters
Jagd-Romantik und Dramatik

Münster -

Wenn der Sohn mit dem Vater …, dann geht es nicht immer mit eitel Sonnenschein zu. Davon konnte auch der 18-jährige Richard Strauss ein Lied singen. Sein Vater Franz Strauss war ein renommierter Hornist – der das Hornkonzert, das Filius Richard ihm geschrieben hatte, nicht mochte. „Vielleicht war es ihm zu schwer“, sagte Yvonne Wasserloos, die Oboistin und Moderatorin des Jungen Sinfonieorchesters an der WWU.

Donnerstag, 02.07.2015, 18:07 Uhr

Dániel Ember begeisterte mit dem ersten Horn-Konzert von Richard Strauss.
Dániel Ember begeisterte mit dem ersten Horn-Konzert von Richard Strauss. Foto: zin

Die „Jusis“ hatten indes einen Meister des Horns aufgetan, dem nichts zu schwer schien: Dániel Ember . Der 33-jährige Ungar glitt mit markigem, wo nötig weichem Ansatz durch dies Stück, das aufbietet, was des Hornisten Herz begehrt. Pastorale Kantilenen, Naturhorn-Motive und auch jene Pracht, die bereits den jungen Strauss in seinem Orchestersatz auszeichnete. Der Solist meisterte dieses erste Strauss-Konzert mit Bravour und holte dabei jenes Quäntchen Jagd-Romantik heraus, das nun mal das Salz in der Suppe ist. Vertrackte Tonsprünge, Dynamikwechsel? Kein Problem. Das Publikum spendete dem Solohornisten des Rundfunksinfonieorchesters Berlin rauschenden Beifall.

Den erhielt auch das Orchester reichlich. Zu Recht, denn die Jusis präsentierten sich an diesem Abend in ausgesprochen guter Form. Besonders die Blechbläser gefielen mit Power und Pathos. So konnte Dirigent Bastian Heymel es in der siebten Dvořák-Sinfonie mächtig wetterleuchten lassen. Die düsterste aller Dvořák-Sinfonien gelang spannungsvoll und mitreißend. Wo sonst der „böhmische Musikant“ seiner Melodiebegabung freien Lauf lässt oder unbeschwerte slawische Tanzformen einbaut, weht in der Siebten ein anderer Wind. Da kommt der Kopfsatz als Drama daher, das unüberhörbar den verehrten Brahms beeindrucken sollte. Mehr Furioso als Maestoso!

Am Anfang des Abends stand die „Ossian“-Ouvertüre des Dänen Niels Wilhelm Gade. Der stellte dem mythischen Barden Ossian Klänge zur Seite, die an Gades Freund Mendelssohn gemahnen. Ein schönes Stück (Lob den Celli!), das die Moderatorin und Musikwissenschaftlerin Yvonne Wasserloos über musikalische „Imagination“ fabulieren ließ: „Der Weltraum – unendliche Weiten …“ Wer wissen will, welche Musik bei diesem Stichwort ertönt, muss heute zur Wiederholung des Konzerts um 20 Uhr in die Aasee-Aula kommen.

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