Neue Künstlerinnengruppe „Textilgewirk“ präsentiert sich in der Orangerie
Fäden formen sich zu Kunst

Münster -

Filz, Fäden, Weidenrinde – Materialien, die eher der Welt des Nutzens denn der Kunst zugeschrieben werden. Wie falsch das ist, demonstriert eine neue Künstlerinnengruppe in der Orangerie des Botanischen Gartens: „Kunstgewirk“ heißt sie, und die fünf Frauen aus Münster und dem Münsterland stellen nicht nur eine Breite Palette an Ausdrucksformen, sondern auch an Stoffen, Filz, Fäden, Papier, Haaren und Rinde vor.

Dienstag, 21.07.2015, 20:07 Uhr

Irmgard Wissing formt aus weichen Weidenstöcken Figuren von poetischer Leichtigkeit, die gelegentlich auch Hosen aus Rinde tragen wie der „Himmelsstürmer“.
Irmgard Wissing formt aus weichen Weidenstöcken Figuren von poetischer Leichtigkeit, die gelegentlich auch Hosen aus Rinde tragen wie der „Himmelsstürmer“. Foto: Gerhard H. Kock

Zur seit 2014 bestehenden Textilkunstgruppe „ Kunstgewirk “ gehören Monika Veronika Kordt , Susanne Lehrke-Schramm, Elisabeth Leifeld, Christiane Winz-Völkert und Irmgard Wissing . Das Quintett trifft sich regelmäßig, tauscht sich hinsichtlich Themen und Techniken aus, und doch bleibt ein jeder in seiner Ausdruckskraft und Arbeitsweise individuell.

Künstlerinnen von Kunstgewirk in der Orangerie des Botanischen Gartens

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  • Foto: Gerhard H. Kock
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Unverkennbar gemeinsamer Zug aller Künstlerinnen und ihrer Werke ist aber die Kunstfertigkeit mit der sie Material und Thema bearbeiten. Augenfälligstes Beispiel sind schon auf den ersten Blick natürlich die Weiden-Werke von Irmgard Wissing. Sie sind oft raumgreifend wie der Himmelsstürmer, der Wolkengucker oder die rennenden Kinder. Wissing hat hier die Leichtigkeit einer sich im Winde wiegenden Weide in die skulpturale Starre transformiert.

Teebeutel werden unterschätzt. Aber nicht von Christiane Winz-Völkert. Die gebrauchten und getrockneten Fasern mit ihren einzigartigen Teespuren werden patchworkartig vernäht (!) und thematisch aufgeladen: „Mensch – Wald und Erlebnis“ oder „Lebenskreis“ heißen solche Blätter dann.

Elisabeth Leifeld kann vielleicht nicht Stroh zu Gold spinnen, aber zarteste Gewebe aus Haaren, Fäden und Samen. Ihre „Büste“ ist ein Gewirr wie aus feinsten Würzelchen. Wollfäden, Gräser, Samen und Löwenzahn werden von scheinbar unsichtbaren Nähten zusammengehalten. Und ihr „Schuh“ aus Wolle und Garn ist eine Skulptur, der man Klebstoff oder anderen Volumen gebenden Mittel unterstellen möchte. Aber es ist nichts als Faden.

Susanne Lehrke-Schramm zeigt aufwendige Nassfilz-Arbeiten mit mythischem Bezug. Die schreckliche Medusa ist dabei und die Windsbraut, auch ein Troll. Ein „Kokon“ aus Bergschafwolle fällt auf, der in seiner organischen Form bestens in den Botanischen Garten passt. Ihre „Waldelfe“ ist trockengefilzt, was aus der Filzerin eine Bildhauerin macht, die sich (statt aus Ton) aus Wolle eine Figur aufbaut.

Achtsamkeit ist das Thema von Monika Veronika Kordt. Die Malerin experimentiert seit einiger Zeit zum Beispiel mit der De- und Neumontage von Stoffen. In „Un-Achtsamkeit“ verwebt sie Weggeworfenes – Wolle, Papier, eigene Gemälde – oder auch Kunststoffe , denen man die ursprüngliche Verwendung als Verpackung noch ansieht.

Zum Thema

Die Ausstellung ist bis zum 2. August täglich von 10 bis 18 Uhr im Botanischen Garten zu sehen. Eintritt ist frei. Eine der Künstlerinnen wird immer am Ort sein.

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