Licht soll wieder positiv werden
„Silberne Frequenz“ am Landesmuseum entstand vor 45 Jahren

Münster -

Es blinkt, leuchtet und strahlt im LWL-Museum für Kunst und Kultur, denn dort ist die Ausstellung „Otto Piene. Licht“ zu sehen (bis 20. September). In sechs Räumen präsentiert das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) eine Auswahl von Pienes Werken, konzentriert auf unterschiedlichste Begegnungen mit dem Künstler und der Bedeutung des Lichtes in seinen Werken. Wie sehr Otto Piene (1928-2014) von dem Medium Licht fasziniert war und auf welche unterschiedlichen Weisen er sich diesem genähert hat, lässt sich in der neuen Ausstellung nachempfinden. Eine Serie stellt die wichtigsten Kunstwerke vor:

Donnerstag, 23.07.2015, 12:07 Uhr

Um 35 Prozent reduziert, aber immer noch öffentlichkeitswirksam ist Pienes „Silberne Frequenz“.
Um 35 Prozent reduziert, aber immer noch öffentlichkeitswirksam ist Pienes „Silberne Frequenz“. Foto: LWL Hanna Neander

Seine „Silberne Frequenz “ ziert die Außenfassade des Landesmuseums . Das Medium Licht begeisterte den Künstler sein Leben lang. Die negativen Erfahrungen mit Scheinwerfern und Lichtorgeln während des Krieges verarbeitete er in seinen Werken mit dem Ziel, Licht zu nutzen, um in eine positive Zukunft zu weisen.

In der Nachkriegszeit gründete Piene zusammen mit anderen Künstlern die Düsseldorfer Kunstbewegung „ZERO“, die Neuanfang und Experimentierfreude verkörperte und die Nachkriegskunst in Deutschland und Europa stark beeinflusste. In diesem Zuge entstand auch Pienes Werk „Frequenz“, eine Tafel, die eine reliefartige Punktrasterstruktur zeigt und als Ausgangspunkt der „Silbernen Frequenz“ gedeutet werden kann.

In den 1960er Jahren entwickelte Piene seine ersten Lichtmaschinen, darunter die „Corona Borealis“ (1965) und der „Weiße Lichtgeist“ (1966). Aus diesen Arbeiten heraus entstanden erste Aufträge, auch die Fassadengestaltung des Erweiterungsneubaus des Westfälischen Landesmuseums.

Pienes Werke konzentrieren sich vor allem auf den Außenbereich. Sie gelten als einmalig, denn Piene schafft keine statischen Werke, vielmehr ermöglicht er einzigartige Kunsterfahrungen – wie mit der „Silbernen Frequenz“: Jeden Abend leuchten die Kugeln in einem programmierten Ablauf. Die Installation entstand 1970/71 ursprünglich für die Fassade des alten Museums, wurde für die Neueröffnung 2014 von Piene nochmals überarbeitet und neu inszeniert. Aus 639 Kugeln wurden 410, das Material änderte sich von Aluminium in Edelstahl. Die „Silberne Frequenz“ etablierte sich als eine von Pienes bedeutendsten Lichtarbeiten im öffentlichen Raum und ist der Anlass für die Ausstellung.

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