Neues Kulturquartier soll bis Ende 2016 entstehen
Musik und Ökologie im Einklang

Münster -

Sie nehmen viel Geld in die Hand, um für Münster ein neues Kulturquartier zu bauen. Eine Handvoll Kreativarbeiter wollen an der Rudolf-Diesel-Straße ein Kulturzentrum bauen.

Donnerstag, 20.08.2015, 09:08 Uhr

Noch ist an Ort und Stelle nicht viel zu sehen, doch es tut sich etwas. In Münsters Nordosten – nahe dem Schifffahrter Damm – entsteht ein Kulturquartier für Münster . Genauer gesagt ein Zentrum, in dem künftig Kulturschaffende arbeiten, unterrichten, proben und ihre Künste verfeinern können.

Das Kulturquartier-Unternehmen wurde, wie Mitgründer Frank Oldengott gegenüber unserer Zeitung erläutert, bereits im Januar von acht engagierten Kulturleuten gegründet. Im Juli nun kauften die Gesellschafter ein großes Grundstück an der Rudolf-Diesel-Straße von der Stadt Münster. Hier soll in den nächsten Monaten peu à peu ein Kulturzentrum entstehen.

Die Kulturquartier-Idee ist nicht ganz neu. Denn die Initiatoren waren bislang schon fünf Jahre in der „Halle 8“ am Nienkamp aktiv. Dort war jedoch Ende 2014 Schluss. Nun soll alles größer und schöner werden. „Das Haus wird vom zweiten Quartal 2016 an neue Räume an freie Musiker und Pädagogen für Unterricht, Workshops, Wochenendseminare und individuelle Proben vermieten“, erläutert Frank Oldengott. Im Endausbau soll es dann auf über 800 Quadratmetern zwei große Säle mit Barfuß-Raum, einen vollständig ausgestatteten Bühnenraum, mehrere Multifunktionsräume für Unterricht, ein Refektorium mit angegliederter Küche, eine Werkstatt und als besondere Spezialität einen Permakultur-Garten bereithalten, der den größten Teil des Grundstücks einnimmt.

Das neue Kulturzentrum will dabei Musik, Ökologie und Entwicklung miteinander verbinden. Es liegt auf der Hand, dass deshalb schon beim Bau des Gebäudes, dem Anlegen des Gartens und für den laufenden Betrieb die Leitlinien der Permakultur, also Achtsamkeit gegenüber Mensch und Umwelt sowie Nachhaltigkeit und Überschussverteilung, umgesetzt werden. „Ökologie bedeutet nicht automatisch Einschränkung, sondern sie kann sogar Spaß machen“, meint Frank Oldengott im Gespräch.

Bereits vor dem Baubeginn hatte sich das Kulturquartier unter der Schirmherrschaft von NRW-Umweltminister Johannes Remmel als Veranstalter des ersten „Tags der Nachhaltigkeit“ Ende Juni auf dem Servatiiplatz mit über 2000 Besuchern der Öffentlichkeit vorgestellt.

Nachhaltigkeit ist auch beim künftigen Betrieb des Kulturzentrums das angestrebte Ziel. Das Kulturquartier-Team möchte dabei unabhängig von öffentlicher Förderung sein und wird deshalb keine Gewinne an die Gesellschafter auszahlen, sondern diese direkt wieder in die Kulturarbeit investieren. Dies entspricht letztlich dem Ansatz einer Stiftung und wird von den Gründern als gemeinnützige GmbH mit Modellcharakter verstanden.

Für den Bau der Gebäude – bis zur Fertigstellung wird rund eine Million Euro investiert – haben die Gesellschafter schon eine Menge eigenes Geld bereitgestellt und laden jetzt auch interessierte Münsteraner ein, die das Projekt tatkräftig und finanziell unterstützen wollen.

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Am Sonntag (23. August) fällt auf dem Quartiergelände, Rudolf-Diesel-Straße 41, ab 17 Uhr der Startschuss mit einem bunten Kulturprogramm. Der Eintritt ist frei.

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