16. Internationales Filmfestival mit Europa- und Deutschland-Premieren
Abseits der Metropolen

Münster -

„200 000 Euro wären nötig, um das Festival einigermaßen über die Bühne zu kriegen.“ Risna Olthuis-Vierling und Carsten Happe haben aber lediglich 160 000 Euro zur Verfügung. Aber eigentlich wollen die neuen Festivalleiter nicht über Selbstausbeutung und Grenzen der Belastung sprechen, sondern über das, was das 16. Internationale Filmfestival Münster vom 23. bis 27. September zu bieten hat.

Dienstag, 08.09.2015, 07:09 Uhr

Out of Nature heißt der Eröffnungsfilm, in dem ein Mann in der Wildnis nach seinen Wünschen sucht – mit teilweise tragikomischen Versuchen.
Out of Nature heißt der Eröffnungsfilm, in dem ein Mann in der Wildnis nach seinen Wünschen sucht – mit teilweise tragikomischen Versuchen. Foto: Filmfestival Münster

Nach dem Abschied der langjährigen Leiterin Nicky Schulte greift das Festival mit Happe (41 Jahre) und Risna Olthuis-Vierling (38) auf das bewährte Kernteam zurück. Beide sind mehr als zehn Jahre beim Filmfestival Münster tätig. Daher wird das von der Filmwerkstatt ausgerichtete, älteste Wettbewerbsfestival Westfalens seine Fortsetzung finden.

Es werden drei Preise vergeben: je einen für die Sieger beim Europäischen Spielfilmwettbewerb und beim Kurzfilmwettbewerb; und zudem vergibt der WDR einen Förderpreis. Acht Langfilme sind im europäischen Spielfilm-Wettbewerb. Dabei gibt es eine Europa- und mehrere Deutschlandpremieren. Fünf der acht Beiträge sind Debütfilme. Zwei Teilnehmer früherer Kurzfilm-Wettbewerbe zeigen ihre ersten Langfilme.

Beim Kurzfilm-Wettbewerb gab es 500 Einreichungen, die 37 ideenreichsten wurden ausgewählt. Es waren auch schon mal 50. Aber: „Viele Kurzfilme werden immer länger“, erklärt Happe. Die Filme werden in sieben Blöcken gezeigt, dann gibt es ein „Best of“, daraus den Gewinner. Das Publikum entscheidet.

Es gibt in diesem Jahr kein Thema. Aber Happe hat festgestellt: „Viele Filme spielen abseits der Metropolen.“ Allen voran der Eröffnungsfilm „Out of Nature“, in dem ein Vertreter der „Generation Y“ sein nahezu perfektes Leben verlässt, um in der Wildnis sich und das Leben auszuprobieren – mit tragikomischen Vorkommnissen.

Angeboten werden wieder Filme mit „ Münster Connection“. In der Kunsthalle Münster zeigen junge Künstler aus Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden ihre Positionen zur Video-Kunst. Der „Filmspiegel“ hat den Länderschwerpunkt Niederlande, in dem unter anderem die verblüffende Dokumentation „Hollywood Banker“ über den unscheinbaren Frans Afman gezeigt wird, ohne dessen neue Art der Filmfinanzierung Filme wie „Platoon“ oder „Der mit dem Wolf tanzt“ nicht möglich geworden wären.

Dem Niederländer Robby Müller zollt das Festival Respekt. Er war Kameramann von Wim Wender („Paris Texas“), Jim Jarmusch („Dead Man“) oder Lars von Trier („Brea­king the Waves“). Müller ist Ehregast; es läuft eine Reihe mit seinen Filmen und eine Foto-Ausstellung im Regierungspräsidium.

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Karten für das Festival gibt es ab Mittwoch (9. September) unter ✆ 98712333 oder online. 

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