Stadtheimatbund zeigt Heinrich Schlief
Kontraste in Werk und Leben

Münster -

Heinrich Schlief war ein westfälischer Expressionist der „verschollenen Generation“. Der Stadtheimatbund zeigt seine Bilder.

Mittwoch, 16.09.2015, 13:09 Uhr

Unterschiedliche Stile von Heinrich Schlief zeigt die Ausstellung in der Torhaus-Galerie.
Unterschiedliche Stile von Heinrich Schlief zeigt die Ausstellung in der Torhaus-Galerie. Foto: Gerhard H. Kock

„Aus der kommenden Kunstgeschichte bin ich nicht mehr wegzudenken.“ Ein Satz, der nach Selbstbewusstsein klingt. Doch was Heinrich Schlief hier über sich selbst sagt, war im besten Falle eine trotzige Vision. Denn zu Lebzeiten wurde ihm eine breite Anerkennung nicht zuteil. Nun widmet der Stadtheimatbund dem westfälischen Expressionisten in seiner Galerie eine Retrospektive.

Heinrich Schlief (1894 bis 1971) wird zur „verschollenen Generation“ gerechnet. Der Soester hatte als Künstler mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen. Früh künstlerisch begabt, durfte er nicht Lehrer werden, sondern absolvierte eine technische Ausbildung. Von 1908 bis 1959 war die Arbeit beim Staatlichen Hochbauamt sein Brotberuf. Seine Berufung blieb die Kunst.

Stadtheimatbund zeigt den Expressionisten Heinrich Schlief

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  • Foto: Gerhard H. Kock
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Als 15-Jähriger traf Schlief auf den 18-jährigen Wilhelm Morgner . Beide liebten den Expressionismus. Morgner fiel im Ersten Weltkrieg mit 26 Jahren. Schlief überlebte als Divisionsmaler an der Westfront. Aufgrund der unverkennbaren Ähnlichkeit einiger Schlief-Werke zu Morgner-Bildern wurde Schlief als Kopist diskreditiert und wird es zum Teil bis heute. 1933 wurden seine Bilder als entartet aus städtischem Besitz entfernt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte Schlief sich und sein Œuvre weiter.

Was er 1959 über seine späte abstrakte Malerei, seine „Farbmusik“, gesagt hat, trifft auch auf seine gegenständliche Malerei zu: „Die Grafik bildet den Takt, während die Farbe den Ton wiedergibt.“ Vor allem in seinen Gemälden dominiert eine Farbigkeit, die sich als kon­trastreich charakterisieren lässt. Doch das umfangreiche Werk (allein rund 2000 Gemälde) umfasst auch Linolschnitte, Zeichnungen und Monotypien. Exemplarisch sind einige dieser Arbeiten in der Torhaus-Galerie zu sehen. Die Leihgaben stammen aus der Sammlung Margot und Ernst Lindenstruth.

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Die Ausstellungseröffnung ist am Sonntag (20. September) um 11 Uhr in der Torhaus-Galerie, Neutor 2. Es ist ein umfangreicher Katalog erschienen.

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