Jurygespräch beim Filmfestival
„Filme wie ein Zuschauer sehen“

Münster -

Was ist das Geheimnis des Erfolgs? Darum ging es bei einer Diskussion während des münsterischen Filmfestivals.

Freitag, 25.09.2015, 10:09 Uhr

Diese Juroren des Filmfestivals in Münster diskutierten über Qualitätsmaßstäbe für einen guten Film: (v. l.) Florian Gottschick, Christine Haupt, Luna Zimic Mijovic, Thure Lindhardt und Maximilian Scheidt.
Diese Juroren des Filmfestivals in Münster diskutierten über Qualitätsmaßstäbe für einen guten Film: (v. l.) Florian Gottschick, Christine Haupt, Luna Zimic Mijovic, Thure Lindhardt und Maximilian Scheidt. Foto: Jasny

Was macht einen guten Film aus? Diese Frage diskutieren im Rahmen eines Pressegesprächs die Mitglieder der Jury beim Filmfestival Münster . Florian Gottschick , dessen Di-plomfilm „Nachthelle“ beim Filmfest München für den Förderpreis Neues Deutsches Kino nominiert wurde, führt eine stringente Erzählweise und stimmige Charaktere an. Neben der Entwicklung der Personen und der filmischen Gestaltung geht es ihm auch darum, ob sich ein Konzept erkennen lässt und wie es umgesetzt wird.

Für die 1991 in Sarajevo geborene Schauspielerin Luna Zimic Mijovic („Traumland“) steht im Vordergrund, ob die ganze Sache einen Sinn ergibt und ob ein Film sie berührt. Voraussetzungen dafür sieht sie in einer guten Geschichte und vor allem in einer guten Idee, die dahinter steckt.

Um die Idee geht es auch Maximilian Scheidt , Schauspieler am Theater Münster und einer der Hauptdarsteller in Edgar Reitzes preisgekröntem Kinofilm „Die andere Heimat“. Als Juror des Kurzfilmwettbewerbs ist er mit einer noch größeren Spannbreite an Stilen und Herangehensweisen konfrontiert als seine Kollegen beim Langfilm.

Ein weiteres Thema war, ob man als „Professioneller“ einen Film anders sehe als das normale Kinopublikum. Auch hier ergab sich nach einiger Diskussion ein gewisser Konsens.

„Bei einem guten Film vergesse ich meinen Beruf“, sagt Thure Lindhardt, der in „3096 Tage“ den Kampusch-Entführer gespielt hat. Andererseits achte man bei einem schlechten Film mehr auf Technik und Herangehensweise des Filmemachers, räumt Christine Haupt ein. Und auf diese Weise könne man auch mehr lernen, so die freie Produzentin, die unter anderem an Florian Henckel von Donnersmarcks Erfolgsfilm „Das Leben der Anderen“ mitgearbeitet hat.

Den Aspekt des Lernens sieht auch Scheidt. „Man erkennt sich selbst“, sagt er, würde aber nicht so weit gehen wie Haupt, die angesichts schlechter Szenen automatisch anfängt, im Kopf eine bessere Lösung zu entwickeln. Die Qualität eines Filmes zeige sich dann, wenn man beim Betrachten nicht über die Regiearbeit zu reflektieren anfängt, fasst Gottschick zusammen. Wie seine Jury-Kollegen will er versuchen, seinen Beruf im Hintergrund zu halten und die Filme wie ein normaler Zuschauer zu sehen.

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