Ovationen für das Musical nach Alexandre Dumas
Singen und Fechten für die Freiheit

Münster -

Ein junger Mann in Reisekleidung läuft, trunken vor Aufregung, durch die Straßen von Paris. Man schreibt das Jahr 1626: Der junge d’Artagnan ist aus der Gascogne in die Hauptstadt gereist, um in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Ein Musketier in der Leibgarde des Königs möchte er werden, handelt sich im jugendlichen Überschwang jedoch zunächst nur Ärger ein. Gleich drei Männer fordern ihn am nächsten Tag zum Duell. Was d’Artagnan nicht weiß: Es sind die Musketiere Athos, Porthos und Aramis, mit denen er sich flugs gegen die Soldaten des intriganten Kardinals Richelieu verbündet. Das Kirchenoberhaupt hat als Berater von König Ludwig XIII. nichts anderes im Sinn, als die Macht an sich zu reißen. Unterstützt wird er dabei von Mylady de Winter, einer Verbannten, die sich als Lohn Rehabilitierung erhofft. Keine Frage, dass die Musketiere intervenieren ...

Sonntag, 25.10.2015, 16:10 Uhr

Der junge Held d’Artagnan (Ricardo Santos) muss gerade noch singen, während am Tisch die beiden Musketiere Aramis (Matthias Jockheck, l.) und Athos (Melvin Schulz-Menningmann) schon zulangen.
Der junge Held d’Artagnan (Ricardo Santos) muss gerade noch singen, während am Tisch die beiden Musketiere Aramis (Matthias Jockheck, l.) und Athos (Melvin Schulz-Menningmann) schon zulangen. Foto: is

„3 Musketiere“, das Stück nach dem Roman von Alexandre Dumas , ist eine hinreißende Geschichte um Kameradschaft, Liebe und Vertrauen. Das Freie Musical-Ensemble Münster bringt es in der Fassung von Bob und Ferdi Bolland als Premiere auf die Konzertbühne der Waldorfschule und übertrifft sich selbst. Eine derart aufwendig gestaltete, ambitionierte Produktion sieht man in der semi-professionellen Kunst selten. Allein Christoph Bürgsteins Bühnenkonstruktion, die sich über zwei Etagen nebst Seitenbühnen erstreckt, ist fantastisch, ermöglicht sie dem rund 60-köpfigen Ensemble doch große Szenen, die stimmgewaltig unter die Haut gehen. Constanze Winklers und Matthias Betkes historische Kostüme lassen an Detailreichtum nichts zu wünschen übrig, Licht- und Bühnentechnik (Georg Weigang, Holger Blumberg) sorgen für stimmungsvolle Szenen.

Unter der Regie von Gesamtleiter Ingo Budweg und Canan Toksoy begeistert das Ensemble durch hohes Niveau, nicht nur musikalisch, auch schauspielerisch. Herausragend sind neben den Hauptfiguren – Ricardo Santos als sympathisch-jugendlicher d’Artagnan, Melvin Schulz-Menningmann in der Rolle des edlen Athos, Carsten Jaehner als genussfreudiger Porthos und Matthias Jockheck alias Aramis – die Bösewichte: Christoph Bürgstein spielt den Kardinal großartig, mit rauchigem Ton und starker Bühnenpräsenz. Sarah Hartmann alias Mylady de Winter beeindruckt durch Ausdruck und Modulation der Stimme. Herrlich komische Akzente setzt Philip Nuyken als Diener James. Das Orchester spielt wunderbar. Vier Stunden geht dieser intensive Abend, die Standing-Ovations hat sich das Ensemble verdient.

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Termine: 30. und 31. Oktober, 1. November, 6.-8. und 13.-15. November 

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