Jahresausstellung der Schulstraße 43
Gemälde aus Bonbonpapier

Münster -

16 Künstler der Ateliergemeinschaft „Schulstraße 43“ laden zur Jahresausstellung und haben sich 27 Gäste eingeladen.

Mittwoch, 04.11.2015, 23:11 Uhr

Luzia-Maria Derks zeigt in der Ateliergemeinschaft Schulstraße von René Magritte „Der Kiesel“ (l.) sowie von Henri Matisse „Der Tanz“.
Luzia-Maria Derks zeigt in der Ateliergemeinschaft Schulstraße von René Magritte „Der Kiesel“ (l.) sowie von Henri Matisse „Der Tanz“. Foto: Gerhard H. Kock

Museen haben in der Regel einen Nachteil: Die Künstler sind entweder tot oder nicht anwesend. Ganz anders ist das bei offenen Ateliers. Hier sind die Besucher geradezu aufgefordert: Nicht nur gucken, Künstler fragen! Das gilt auch für die Jahresschau der Ateliergemeinschaft Schulstraße 43“ mit 43 ausstellenden Künstlern.

Fragen hilft gegen Missverständnisse. Zum Beispiel bei den fetten Frauen von Nora Grunwald . Nicht das Äußerliche, das Innerliche soll hier zum Ausdruck kommen: das „kolossale Ich“, etwas Psychisches, das in einem Körpergefühl zum Ausdruck kommt. Wie es sich breit macht im Rahmen oder zusammensackt in Selbstgefälligkeit oder zerläuft in selbstzerstörerischer Form. Ein bisschen wie Francis Bacon , nur feiner.

Fragen bringen einen Mehrwert. Wenn Esther Rutenfranz ihre kristallinen oder floralen Bilder erläutert, offenbart sich eben mehr als der dekorative Anschein. Bereits als Mädchen hat sie ihre Seele in einer Form gesehen, heute zeigt sie diese als Radiolarien, Kieselalgen ähnliche Formen: strahlend und wehrhaft zugleich.

Jahresausstellung der Ateliergemeinschaft Schulstraße 43

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  • Foto: Gerhard H. Kock
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Werke stellen auch Fragen: die von Stephan Rürup zum Beispiel. Der „Titanic“-Karikaturist ist hier Gast und zeigt freie Arbeiten, die offener als Karikaturen sind: Politische Plakate der Weimarer Republik werden thematisch geöffnet. Die Konfrontation radikale „Rechte“ contra radikale „Linke“ wird auf „stehen“ statt „sitzen“ umgemünzt. Das Wahlplakat „Unsere letzte Hoffnung: Hitler“ wird zu: „Unsere letzte Hoffnung: Stehen“. Die Hetze bekommt etwas Komisches; zugleich können sich an diesem rücksichtslosen Zugriff auf Ikonen der Geschichte Debatten entzünden: Darf der das?

Fragen sind Teil der Kunst bei Christine Rokahr. Sie lädt die Besucher an einen „Brunnen“ mit einer Salzoberfläche. Eine Feder fordert dazu auf, etwas in die weiße Fläche zu schreiben. Und die Künstlerin erzählt dann Geschichten.

Fragen lassen verblüffen: Luzia-Maria Derks hat Gemälde nachgebaut. Woraus? Aus Verpackung. Auf blauem Hintergrund von Hustenbonbon-Papier „tanzt“ Dirks als Projektion á la Matisse; daneben steht die Künstlerin wie auf Magrittes „Kiesel“ – mit einem „Handtuch“ aus Fruchtbonbon-Papier.

Wer sich fragt, was Schauspieler Marcel Kaiser im Büro von Ruppe Koselleck macht: Er verkauft Kunst, um Aktien für die „Feindliche Übernahme von BP “ zu kaufen. Dieses Projekt stellt Koselleck zeitgleich in Venedig vor.

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Die Ausstellung wird am Donnerstag (5. November) um 19 Uhr in der Schulstraße 43 eröffnet. Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 15 bis 20 Uhr, Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Bei der Sonntagsmatinee um 13 Uhr wird der Film „Panzerkreuzer Potemkin live begleitet von Anja Kreysing (Akkordeon) und Helmut Buntjer (Posaune, Euphonium und verstärkte Messer).

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