Konzert des Westfälischen Kammerchores
Saubere Töne mit Witz präsentiert

Münster -

Markus Föhrweißer verabschiedete sich von seinem Westfälischen Kammerchor mit einem Abschiedskonzert im Landesmuseum.

Montag, 09.11.2015, 18:11 Uhr

Aktive und ehemalige Sänger des Westfälischen Kammerchores traten gemeinsam auf.
Aktive und ehemalige Sänger des Westfälischen Kammerchores traten gemeinsam auf. Foto: heh

Am Ende lud Markus Föhrweißer ehemalige Chormitglieder auf die Bühne, die sein Abschiedskonzert mit dem Westfälischen Kammerchor als Zuhörer verfolgt hatten. Ehemalige und aktuelle Chormitglieder sangen als zweite Zugabe „Erlaube mir, feins Mädchen“ von Brahms auswendig – egal, ob im schwarzen Chor-Outfit oder in bunter Winterjacke. 37 Jahre lang hatte Markus Föhrweißer den Kammerchor geleitet, nun gab er den Dirigentenstab an Inna Batyuk weiter, die auch die letzte Nummer des Programms dirigierte.

Föhrweißer fand für den Abschied vom Chor fröhliche Worte: „Ihr seid zwar nicht der beste Chor, aber der lustigste allemal.“ Das hatte man irgendwann Mal zu ihm gesagt. Und in Rolf Lukowskys Version von „Als wir jüngst in Regensburg waren“ zeigte sich der Chor über die sauberen Töne hinaus von dieser lockeren, witzigen Seite.

Da trug der Solist, der bedeutungsvoll „Ja, was denn!“ und „Na ja!“ ausrufen durfte, plötzlich eine Kapitänsmütze; eine Sopranistin tändelte mit vorgebundener Schürze als Dorfmädchen zum Gesang des Chores; und Sängerinnen zauberten irgendwo Paddel hervor, um ein imaginäres Boot über den sauber besungenen Strudel zu bringen.

Pianist Clemens Rave bedankte sich im Namen der Sänger bei Föhrweißer und verriet, dass dieser vor 36 Jahren sein Musiktheorielehrer an der Musikhochschule gewesen sei, und Musiktheorie wurde spontan zu seinem zweiten Lieblingsfach – neben dem Klavierspiel. Rave, mittlerweile selbst Professor an der Musikhochschule, begleitete auch einige Programmpunkte am Klavier. In Rossinis „La Passeggiata“ ließ er die Finger fliegen und arbeitete sich, scheinbar mühelos, durch die endlosen, vertrackten Läufe.

Komponist Einojuhani Rautavaara hatte mit der „Suite de Lorca“ ein erfolgreiches Chorwerk vorgelegt. Der galoppierende Rhythmus eines Pferdes und sehr tiefe, saubere Basstöne im ersten Satz („Reiterlied“), Glissandi der Soprane aufwärts im zweiten Satz („Der Schrei“), sanfte Klänge für den aufgehenden Mond im dritten und das fröhliche, zugleich stimmlich sehr kultivierte Trinklied des letzten Satzes gehörten zu den Höhepunkten des grandiosen Abschiedskonzertes.

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