Kulturausschuss beschließt Zuschüsse
Zehn Prozent mehr für die Freien

Münster -

Bereits im vorigen Jahr gab es eine Erhöhung der Mittel für die Freie Szene (damals 40.000 Euro für Nachwuchsarbeit). Jetzt hat der Kulturausschuss mit der schwarz-grünen Mehrheit erneute die Freie Szene bedacht.

Sonntag, 06.12.2015, 09:12 Uhr

Auch das Cuba erhält höhere Zuschüsse. 
Auch das Cuba erhält höhere Zuschüsse.  Foto: Matthias Ahlke

Dr. Dietmar Erber formulierte in der Haushaltsdebatte des Kulturausschuss einen Grundsatz: „Es macht keinen Sinn, im Klein-Klein zu kürzen. Das rettet den Haushalt nicht. Man richtet nur großen Schaden an.“ Und Tim Rohleder (Grüne) erklärte, warum daher die freien Mittel erhöht werden mussten: „Um der Erosion der Freien Szene entgegenzuwirken“. Dementsprechend beschloss die neue schwarz-grüne Haushaltsmehrheit einen Kultur-Etat, der hier Akzente setzte.

Beschlossen wurde mit schwarz-grüner Mehrheit: Die Mittel für freie Kulturträger werden um jährlich 40 000 Euro auf dann 504 000 Euro erhöht. Das Cuba erhält jeweils zehn Prozent mehr beim Betriebskosten-Zuschuss (66 420 Euro) und den Programmmitteln (37 400 Euro), also 10 382 Euro pro Jahr. (Rohleder: „Das Cuba war einfach mal dran.“) Der Zuschuss für das Kammertheater „Kleiner Bühnenboden“ wird um 5080 Euro auf 10 000 Euro pro Jahr erhöht. Das Theaterpädagogische Zentrum erhält einen einmaligen Zuschuss von 8400 Euro.

Über die Linderung der Unterfinanzierung der Freien Szene hinaus machte Rohleder einen weiteren Anspruch der Politik geltend: „Auch in schwieriger Haushaltslage noch zu gestalten, an wichtigen Stellen noch was draufzulegen.“ Davon profitiert das „Zebra“-Poesie-Filmfestival. Das kleine Festival soll sich (ähnlich wie „Jazz Inbetween“ mit dem Internationalen Jazzfestival) mit dem Internationalen Filmfestival abwechseln. Die Finanzierung gilt zunächst bis 2019 für zwei Festivals. Grünen-Ratsherr Rohleder betonte, dass damit keine automatische Verlängerung verbunden sei. Im Gegenteil solle 2019 geschaut werden, ob des Experiment gelungen sei.

Wendela-Beate Vilhjalmsson (SPD) informierte darüber, dass es von den freien Trägern Anträge in Höhe von insgesamt 500 000 Euro gegeben habe. „Es tut einem immer leid, die nicht anzunehmen.“ Die SPD wollte die bestehenden Einrichtungen stärken und brachte entsprechende Anträge für höhere Zuschüsse ein, denen aber nicht gefolgt wurde.

Die FDP setzte als einzige den Rotstift an und beantragte (vergebens) Kürzungen beim Theater Titanick, dem Westfälischen Kunstverein und dem Verein zur Förderung kommunaler Filmarbeit – „Die Linse“. Begründet wurde die Auswahl nicht. Über die Zuschuss-Anträge des Borchert-Theaters wurde in nicht-öffentlicher Sitzung beraten. Eine Entscheidung darüber soll jetzt im Haupt- und Finanzausschuss fallen.

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