6-Zylinder im Pumpenhaus
Verliebt ins Handy – statt in Mandy

Münster -

Als sich die 6-Zylinder vor gut 30 Jahren gründeten, waren sie noch zu sechst. Doch dann gab es im Lauf der Jahre einige Abgänge und Zugänge, und dabei muss sich wohl jemand verrechnet haben. Jedenfalls tritt die Gruppe mittlerweile als Quintett auf. Ein Auto käme mit einem fehlenden Zylinder schnell ins Stottern. Bei der A-cappella-Formation aus Münster hingegen läuft der Motor so rund wie eh und je. Das konnte man am Wochenende im Pumpenhaus beim Programm „Alle fünfe! – refreshed“ feststellen.

Sonntag, 24.01.2016, 17:01 Uhr

Da waren es nur noch fünf: Die 6-Zylinder beweisen im Pumpenhaus, dass man auch als Quintett wunderbar unterhalten kann.
Da waren es nur noch fünf: Die 6-Zylinder beweisen im Pumpenhaus, dass man auch als Quintett wunderbar unterhalten kann. Foto: jas

Es sind nicht nur die stimmlichen Qualitäten, mit denen sich Henrik Leidreiter (Bass), Winne Voget (Bariton/Alt), Jos Gerritschen (Bariton), Thomas Michaelis (Bariton/Alt) und Roland Busch (Tenor) ein Stammpublikum ersungen haben. Hinzu kommen ausgefeilte Arrangements und eine Bühnenshow, die an Witz und Ironie nichts vermissen lässt. Zum Konzept gehört vor allem das Umdichten bekannter Rock- und Popsongs. So wird aus Billy Joels Liebeserklärung an ein „Uptown Girl“ die Aufforderung „Du musst den Kühlschrank abtau’n, Girl“.

Aus ihrer Heimatverbundenheit machen die 6-Zylinder keinen Hehl, wenn sie dem hiesigen Sandstein eine Hymne singen. Refrains wie „Sandstein Reggae“, „Walking on Sandstein“ oder „Let the Sandstein in“ müssen dann den im Münsterland oft vermissten „Sunshine“ ersetzen. Queens „Crazy Little Thing Called Love“ kriegt einen Hüftschwung à la Elvis verpasst, und Americas „Horse With No Name“ wird zur Dressurnummer, mit deren Choreographie die Gruppe glatt beim Turnier der Sieger reüssieren könnte. Dass sie auch die Kunst des Jodelns beherrschen, beweisen die A-cappella-Helden mit einer deftigen Musikantenstadl-Parodie.

Der zweite Teil des Konzerts steht ganz im Zeichen der Liebe. Zur Melodie von Barry Manilows „Mandy“ schmachten die Sänger ihr Handy an. Bevorzugt wird das Modell mit Vibrationsalarm als erotische Stimulanz in der Hosentasche. „Du fängst den Wind niemals ein“, sang einst Howard Carpendale. Bei den 6-Zylindern bringt dieser Wind eine kräftige Prise westfälische Landluft mit, die jegliches Begehren im Keim erstickt.

Einen ernst gemeinten Ton erfährt die Liebe erst wieder in der Zugabe, wenn sich die westfälischen Vokal-Motoriker mit Leo Sayers „When I Need You“ beim Publikum bedanken.

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