Renate Rave-Schneider organisiert wieder Literatur-Events
Die Segel noch mal neu setzen

Münster -

Es war ein Artikel in einer Zeitschrift, der Renate Rave-Schneider – nach mehrjähriger Pause in der literarischen Szene – aufrüttelte. „Glück muss man wollen“, erklärte der Schauspieler Jürgen Vogel („Blochin“) darin, „und wenn man in einer Lebensphase steckt, wo man kein Glück hat, dann muss man daran arbeiten.“ Lebenskluge Worte, die der studierten Juristin Rave-Schneider klarmachten, wo sie ihr Glück zu suchen hat: „Literatur bedeutet Glücksmomente.“

Mittwoch, 10.02.2016, 16:02 Uhr

Renate Rave-Schneider liebt Bücher und stellt sich jetzt wieder in den Dienst der Literatur – als Vorleserin und Organisatorin von Literatur-Events.
Renate Rave-Schneider liebt Bücher und stellt sich jetzt wieder in den Dienst der Literatur – als Vorleserin und Organisatorin von Literatur-Events. Foto: Robert Jentschura

Nun ist sie also wieder da, die Autorin und Literatur-Event-Gestalterin, die 1994 in Münster den Litera-Treff gründete. Und sich heute ganz selbstbewusst rühmt, mit der späteren Poetry-Party so etwas wie einen Vorläufer des heutigen Poetry-Slams in die Westfalenmetropole gebracht zu haben.

Von 1996 an war die heute 64-jährige Herausgeberin des Literaturmagazins „Stadtindianer“. Im selben Jahr meldete sich die inzwischen in Albachten beheimatete Literatur-Liebhaberin erstmals im Medienforum des Bürgerfunks beim Lokalradio in Münster. Sie gab Erzählbände heraus, moderierte ambitionierte Schreib-Treffs – und weiterhin Poetry-Partys im Begegnungszentrum Meerwiese.

Dann wurde es still um Renate Rave-Schneider. Ein paar Jahre war sie, privat motiviert, in der Altenpflege engagiert. Ihre eigenen literarischen Ambitionen ruhten, doch der Literatur-Szene blieb sie auch in dieser Zeit verbunden – als Konsumentin von Lesungen und Ähnlichem.

2014 dann nahm sie ihr Engagement als „Medium für das geschriebene Wort“ wieder auf. Sie las Demenzkranken vor, war die Lesefrau im Albachtener Kindergarten. Und eines Tages wurde sie gefragt, warum sie nicht mehr aus ihrer Leidenschaft fürs Literarische mache? Dies war die Initialzündung für Rave-Schneider, 2014 mit Schreibkursen im Bürgerzentrum Hof Hesselmann in Mecklenbeck wieder einzusteigen. Eine CD mit Liedern und Texten von Musiker Achim Reichel, die sie faszinierten, gab der Münsteranerin den entscheidenden Antrieb, um „die Segel noch mal neu zu setzen“.

Wer auf die Internetseite von Renate Rave-Schneider geht, sieht einen gut gefüllten Terminkalender. Am 20. Februar stellt sie im Hof Hesselmann Bücher vor, und zwar solche, „die mich im letzten Jahr am meisten beeindruckt haben“. Die Biografie des Kunstfälschers Wolfgang Beltracci etwa oder den Geschichtsroman „Der Trafikant“ von Robert Seethaler.

Ein weiteres Highlight kündigt sich für den 18. Juni an. „Glücksmomente mit Literatur und Musik“ hat Rave-Schneider die Veranstaltung beim Internationalen Kulturverein Atrium am Sprickmannplatz 1 in Münster-Kinderhaus betitelt. Neben dem münsterischen Aktionskünstler Thomas Nufer erwartet sie Stadtführer Klaus Wöstmann. Außerdem werden die Musiker Siggi Mertens und Johnny Ketzel deutsche Balladen vortragen; der Ehemann von Rave-Schneider, Wolf Taylor, steuert Blues und Gospel bei. Musik (Akkordeon) und Kabarett bietet „Glücks-Künstlerin“ Anne-Maria Grage aus Telgte.

„Wir wollen die Menschen, die zu uns kommen, für ein paar Stunden glücklich machen“, sagt Renate Rave-Schneider, die die Veranstaltung moderieren wird.

Und sie ist schon heute froh, zurück auf der literarischen Bühne zu sein: „Wenn man das, wofür man sich interessiert und wofür man innerlich brennt, ignoriert“, weiß die Münsteranerin aus eigener Erfahrung, „dann geht es einem nicht gut.“ Ihr geht es jetzt wieder gut. 

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