Kurbasy aus der Ukraine bei Klangkosmos
Farbenfrohe Musik in schweren Zeiten

Münster -

Auch ohne die Wörter zu verstehen verständlich. Das ukrainische Ensemble Kurbasy aus Lwiw sang von den Hochzeitsvorbereitungen eines Mädchens . . .

Dienstag, 12.04.2016, 19:04 Uhr

Kurbasy aus Lwiw (deutsch Lemberg) gastierte in der Reihe „Klangkosmos Weltmusik“.
Kurbasy aus Lwiw (deutsch Lemberg) gastierte in der Reihe „Klangkosmos Weltmusik“. Foto: Ulrich Coppel

Das ukrainische Ensemble Kurbasy aus Lwiw (deutsch Lemberg ) bescherte am Montagabend im gut besuchten Konzertsaal der Musikhochschule Folkloremusik auf höchstem künstlerischen Niveau. Die dargebotenen Stücke entstammen mündlichen Überlieferungen aus ländlichen Gegenden. Kurbasy zeigte farbenfrohe ukrainische Kultur. Doch es ist bekannt, welch schwere Zeiten dort derzeit durchgemacht werden. 30 Prozent der Konzerteinnahmen gingen deshalb an die notleidende Bevölkerung, erklärte die Veranstalterin am Rande. Das Konzert fand im Rahmen von „ Klangkosmos Weltmusik in NRW“ statt.

Wunderschön harmonierten die Stimmen der drei Sängerinnen Myroslava Rachynsko, Natalia Rybka-Parkhomenko und Maria Oneshchak miteinander. Mal handelten die Liedtexte davon, wie ein Mädchen einem Mann die Tür hinein in ihr Leben öffnet; mal von den Hochzeitsvorbereitungen eines Mädchens: Junggesellinnen-Abschied, lange, tiefsinnige Gespräche mit der Mutter und schließlich vom fröhlichen Hochzeitsfest; mal vom gelegentlichen Ehekrach. Immer gab es kleine, angedeutete Inszenierungen der drei Sängerinnen. Vsevolod Sadovyj (Dulcimer, Trommel, Hirtenflöte) und Artem Kiamenkov (Kontrabass) lieferten eine sensible Instrumentalbegleitung.

Nicht selten dauerten die dargebotenen Stücke gute zehn Minuten. Denn es waren keine Strophenlieder im engeren Sinne, sondern bisweilen liebevoll vertonte Geschichten. Auch wer der Sprache nicht mächtig war, konnte am Minenspiel der drei Sängerinnen erahnen, wovon die gesungenen Texte handelten. Mal klangen vertraut schmissige osteuropäische Folklore-Motive à la „Kalinka“, mal orientalisch anmutende Andeutungen, zum Beispiel bei den nicht seltenen melismatischen Vokal-Verzierungen, oder bei Sadovyjs Hirtenflötensoli. Am Ende gab es reichlich Applaus und eine Zugabe.

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