Comedy im Kleinen Bühnenboden
„Edelgard“ schreibt auf den Deckel

Münster -

Pömpel-Saxofon, schrille Sprüche. Vollblutkellnerin Edelgard bringt 90 Minuten die Bühne in Schwung. Dann schließt nämlich das Lokal.

Dienstag, 26.04.2016, 21:58 Uhr aktualisiert: 26.04.2016, 22:00 Uhr
Weiß ihr Wort zu machen: Vollblutkellnerin Edelgard (Kornelia Kabbaj) mit ihrem Aushilfskellner Motzki (Björn Schimpf) am Pömpel-Saxofon
Weiß ihr Wort zu machen: Vollblutkellnerin Edelgard (Kornelia Kabbaj) mit ihrem Aushilfskellner Motzki (Björn Schimpf) am Pömpel-Saxofon Foto: Maria Conlan

Eigentlich geht es schon los, bevor der Besucher Platz genommen hat, gleich im Theatervorraum. Vollblutkellnerin Edelgard (Kornelia Kabbaj) fragt ihre Gäste nach Getränkewünschen und serviert anschließend. Für den Deckel bittet sie um den Namen – und merkt sich diesen zudem noch für den Abend. Sie kündigt an, dass das Bauamt nur 90 Minuten Zeit lasse; dann müsse das Lokal geschlossen werden. Aushilfskellner Motzki ( Björn Schimpf ) unterstützt Edelgard und bekommt einen Bierdeckel-Arbeitsvertrag, nach der einhelligen Zustimmung des Publikums. Es geht turbulent zu bei der Premiere von „Bei Edelgard“.

Und Marita lachte Tränen; Oliver wurde von Edelgard umgarnt; Andreas als „Schwager in spe“ behandelt; seine Frau Jasmin ließ sich zum Heiratsantrag befragen; Peter wurde auf die Bühne geholt; Margret spielte die Rhythmus-Banane, und Burkhards Hund durfte für Motzki abstimmen. Irgendwie wurde das ganze Publikum mit eingespannt, wie geplant und inszeniert – eine „große Familie“ – und doch spontan, ohne Peinlichkeiten, dafür mit viel Spaß und hohem Unterhaltungsfaktor. Dabei waren Edelgard und Motzki mittenmang bis in die letzte Reihe.

Sie kellnern, sie zeigen den „Yoga-Löwen“, spielen Elvis, Pop und Jazz mit Keksdosen-Banjo, Toast und Käsespießen und anderen Ins­trumenten, auf denen Motzki zaubert wie vorher mit zwei Spielkarten. Edelgard singt, tanzt, rockt, serviert und amüsiert ihr Publikum, ohne dass jemand zu kurz kommt. Den Blick auf die Getränke hat sie von Anfang bis Ende. Und manchmal wird auch Motzki geschickt, doch hetzen lässt er sich nicht. Dazwischen möchte er den Ort ein wenig modernisieren, indem er die einzige Grünpflanze auf ein Minimum beschneidet. Zum Applaus werden die Blätter als Dankeschön ans Publikum verteilt.

Aber Edelgard kann nicht nur lustig: Sie spricht auch von Umweltverschmutzung und Arbeitslosigkeit. Immer wieder greift sie zum Mikrofon und musiziert mit Motzki. Eben Gastrocomedy – Getränke, Spaß, Interaktion und viel Musik.

Wann Edelgard und Motzki wieder servieren, steht noch nicht fest, aber dass der Bühnenboden dafür der ideale Gastrocomedy-Ort ist, war beim Premierenabend offensichtlich.

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