Ausstellung „Blank Buzz Club“ von Pieterjan Ginckels
Sechs-Tage-Rennen in der Hawerkamphalle

Münster -

Dumpf und monoton wabern die Loops durch die Ausstellungshalle am Hawerkamp. „Rrrrph!“ – genau 1,3 Sekunden lange Klangschleifen. Ein bisschen klingt es wie Unterwassergeräusche und stammt doch von Radfahrern, die über Stahl und Sperrholzplatten sausen. Die Ausstellung „Blank Buzz Club“ zeigt quasi Überbleibsel aus einem vorangegangenen Kunstprojekt.

Montag, 09.05.2016, 18:05 Uhr

Das Velodrom von Ginckels an der Wand der Hawerkamphalle.
Das Velodrom von Ginckels an der Wand der Hawerkamphalle. Foto: Arndt Zinkant

Doch der Reihe nach. Pieterjan Ginckels arbeitet als Architekt und Künstler in Brüssel . Dort hatte der multimedial arbeitende 33-Jährige im Herbst vorigen Jahres eine Skulptur auf dem Vorplatz des belgischen Verwaltungssitzes der ING-Bank realisiert. Der Titel lautete „Piste“, und das war wörtlich zu verstehen. Dort stand ein Velodrom, und vier Radfahrer zogen als Performer ihre Runden. Gleichsam ein Sechstage-Rennen als Kunst-Performance. Fahrer, die wie lebende Skulpturen in den Raum eingebunden waren.

Dort also entstanden jene zwei Loops, die nun in Vinyl auf den Plattentellern ihre Runden drehen; die Plattenspieler fungieren als sinnliche Reminiszenz des Vergangenen, während die Piste aus neun riesigen Sperrholzplatten auseinandergenommen wurde und nun an den Wänden hängt. Jedes für sich genommen unspektakulär – als Installation aber ein Nachglühen vergangener Kunst. Sofern man den Kontext kennt.

„Gleichzeitigkeit von Minimalismus und Maximalismus“ nannte Prof. Stephan Froleyks (Kurator der Reihe „Soundseeing“) den Ansatz. Als Spezialist für musikalische Avantgarde würdigte Froleyks auch die „Klangabsorbtion“, welche die Sperrholzplatten bewirken, je nachdem, wo der Besucher sich gerade im Raum aufhält. Und so monoton, wie es scheint, sind die Loop-Klänge auch nicht: In winzigen Abständen verschieben die zwei Geräusche sich und driften auseinander. „Man muss etwas Zeit dort verbringen, um das Zusammenspiel der zwei Plattenspieler zu erfassen.“ Dazu ist bis zum 29. Mai Gelegenheit.

Die Ausstellung wurde eifrig in Fotos dokumentiert – vielleicht „Schnipsel“ und Reminiszenzen, aus denen ein neues Projekt gezimmert wird? Wieder mit Klängen? Ginckels jedenfalls bekannte: „Als Architekt und Künstler war ich immer eifersüchtig auf Musiker.“

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