6. Raumformen in der Titanickhalle
Vorhang auf für Schleifpapier

Münster -

„Vinylschnitzel + Technowurst“ wird gegessen, Theater an einer Stange bestaunt und das inmitten von zeitgenössischer Kunst: Die sechsten Raumformen laden zum ersten Mal im Sommer ein.

Dienstag, 31.05.2016, 22:05 Uhr

Kunst mit Baumarkt-Vergangenheit: Bei den „Raumformen“ zeigen Laura Leppert und Florian Purschke ihren roten „Vorhang“, der einen überraschend anderen Materialcharakter hat. Melanie Bisping „malt“ mit einem Kabel eine Zeichnung an die Wand (hinten rechts).
Kunst mit Baumarkt-Vergangenheit: Bei den „Raumformen“ zeigen Laura Leppert und Florian Purschke ihren roten „Vorhang“, der einen überraschend anderen Materialcharakter hat. Melanie Bisping „malt“ mit einem Kabel eine Zeichnung an die Wand (hinten rechts). Foto: Gerhard H. Kock

Der Kunstort am Hafen wird schmerzlich vermisst: „B-Side“. Aber es gibt noch den Hawerkamp. Dessen Titanickhalle wird ab Donnerstag elf Tage zum Ort der sechsten „ Raumformen “: Konzerte und Theater im Ausstellungsambiente zeitgenössischer Kunst – zum ersten Mal im Sommer.

Das wird genutzt: „ Vinylschnitzel + Technowurst“ mit heißer Ware vom Plattenteller und vom Grillrost heißt es am Sonntag (5. Juni) ab 14 Uhr zum ersten Mal bei „Raumformen“. Und neu ist auch das Theater an der Stange. Am Samstag (4. Juni) gibt es jeweils um 17 sowie um 19 Uhr zwei Theaterstücke: Sabeth Dannenberg zeigt „Physical Theater am Chinesischen Mast“ in ihrem Stück mit dem Titel „Terra“ an einer gut fünf Meter hohen Stange, und der Münsteraner Ari Nadkarni spielt „Louis, the Monkey King“.

6. Raumformen in der Titanickhalle am Hawerkamp

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  • Foto: Gerhard H. Kock
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Vor dem Programm wird aber erst einmal die Ausstellung eröffnet. Augenfänger ist ein Objekt von Laura Leppert und Florian Purschke . Ihr roter „Vorhang 3“ hält nicht das, was er verspricht: Dick und schwer und weich mutet er an, wie er im Raum sich faltet. Dabei ist er dünn wie Pappe und rau wie Schmiergelpapier. Denn das ist dieser Vorhang: indus­trielles Schleifpapier.

Ähnlich handfestes Material verwendet Frederike Brenseler: Dachpappe. Sie überführt den sperrigen Stoff in eine verspielt gefaltete Form – mal ein riesiger Hut am Haken, mal 24 Papierflieger, die wie abgestürzt im Eingang der Halle liegen. Eine Baumarkt-Vergangenheit hat vermutlich Melanie Bispings Stromkabel ebenfalls. Sie greift die Ästhetik der Industriehalle auf, nur das ihr das Kabel als verschlungene Linie für eine wandgreifende Zeichnung dient, die zwar an einer rechteckigen Leuchte beginnt, mit ihr aber nichts zu tun hat – jedenfalls nichts Elek­trisches.

Philipp Reuver lässt mächtige Wellen durch die Halle rauschen – aus dem Nichts. Sein Sound-Kunstwerk entsteht durch den leeren Kanal eines Mischpults, indem der Künstler ihn extrem auf- oder abschiebt – eine „Brandung“ der Hand, die hörbar wird.

Yochanan Rauerts „Error Tekk“ (die lautmalerische „Erotik“ ist beabsichtigt) ist eine Wand aus historischen Fernsehern, die mittels einer Feedback-Schleife bespielt werden. In dem Kybernetik-Experiment dürfen die Besucher an den Reglern drehen und so geometrische Figuren verändern. Ferner stellen aus: Timo Guerrero, Jens Heinzel und Meike Roolfs.

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Die Eröffnung ist am Donnerstag (2. Juni) um 19 Uhr in der Titanickhalle, Am Hawerkamp. Das Programm steht online: 

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