„Britnic“ im Schlossgarten
„Spiel ohne Grenzen“ gegen Brexit

Münster -

In vier Tagen entscheiden Großbritanniens Bürgern, ob ihr Land in der EU bleiben wird. Wenn es nach Aktionskünstler Wilm Weppelmann ginge, fiele das Votum klar für einen Verbleib aus. Nix „Brexit“: „Wir hoffen, dass Großbritannien in der EU bleibt“, sagte Weppelmann am Sonntag im Schlossgarten. Das sechste „Britnic“ – also das KulturEvent British Picnic – stehe deshalb „unter besonderen Vorzeichen“. Ein sichtbares Statement war, dass Weppelmann und sein Verein „Freie Gartenakademie“ als Veranstalter neben der britischen auch die EU-Flagge hissten.

Sonntag, 19.06.2016, 17:06 Uhr

Wer schneidet den schönsten Englischen Rasen? Der Spaß-Wettbewerb war einer von mehreren mit Bezug zu Großbritannien.
Wer schneidet den schönsten Englischen Rasen? Der Spaß-Wettbewerb war einer von mehreren mit Bezug zu Großbritannien. Lamberti-Tümerin Martje Saljé präsentierte ein Nebelhorn, neben ihr steht Wilm Weppelmann (kl. Bild). Foto: klm

Wie also bringt man die Liebe zu Lebensart und Kultur auf der Insel und am besten auch den Humor dort zum Ausdruck? Im Schneiden von natürlicher Rasenoberfläche zu einem akkuraten Englischen Rasen etwa: Im Team-Wettbewerb galt es, den Rasen möglichst kurz zu schneiden und Spaß dabei zu haben. Golf wurde dann ohne Golfball, aber mit hart gekochten Eiern gespielt – behutsame Schläge bis ins Ziel. Die Freiwilligen traten auch beim „ Ghost Run“ an: Mit verbundenen Augen und in Laken gehüllt unternahmen sie einen Hindernislauf, während Teamfreunde auf Englisch Tipps zum Parcours gaben. Die Idee erinnerte an das TV-Familien-Format „Spiel ohne Grenzen“. Obwohl es – vielleicht ungewollt ein wenig britisch – gelegentlich regnete, hatten viele der etwa 60 Besucher Decken für ihr mitgebrachtes Lunch-Paket ausgebreitet, teils unter Schirmen.

Kultur-„News“ überbrachte den Gästen Dr. Tanja Pirsig-Marshall, stellvertretende Direktorin des Landesmuseums, zur geplanten Henry Moore-Ausstellung: Das Museum werde „große Außenskulpturen“ des englischen Bildhauers zeigen. Deshalb würden vor Ausstellungsbeginn im November Außenarbeiten rund um das Museum notwendig.

Weil das „ Britnic “ selbst ein Kultur-Event ist, braucht es natürlich live gebotene Kunst. Klaus Oestreich spielte Scottish Bagpipe – in original schottischem Dress. Im weitestens Sinne Genre-übergreifend stellte die Türmerin von St. Lamberti , Martje Saljé, unübliche Klänge vor: „It’s a night’s watch horn“, erklärte sie zu einem kleinen Instrument, das auch Nebelhorn genannt wird. An der halbakustischen Gitarre, verbunden mit einem Röhrenverstärker, schlug sie einen Bogen zur sehr erdigen Rockmusik. „As Tears Go By“ von den Rolling Stones schloss sich an.

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