Westfälischer Kunstverein macht „Inventur“
Eine schöne Ordnung

Münster -

Der Kunstverein hat seit 1840 Jahresgaben angesammelt. Jetzt wird Inventur gemacht.

Freitag, 22.07.2016, 06:07 Uhr

Im Ausstellungsraum geht die „Inventur“ vonstatten. Am Ende wird der Westfälische Kunstverein wissen, wie viele und welche Werke in den vergangenen 175 Jahren angesammelt wurden. Ein Teil davon wird in einer Ausstellung zu sehen sein.
Im Ausstellungsraum geht die „Inventur“ vonstatten. Am Ende wird der Westfälische Kunstverein wissen, wie viele und welche Werke in den vergangenen 175 Jahren angesammelt wurden. Ein Teil davon wird in einer Ausstellung zu sehen sein. Foto: Gerhard H. Kock

Die Altvorderen haben seit 1840 mit ihren Jahresgaben eine Art Himmel auf Erden für Kunstfreunde geschaffen. Aber dem Westfälischen Kunstverein geht es nun wie der Erde im Anfang. Die war „wüst und leer“, was auf Hebräisch „tōhū vāvōhū “ heißt und als Tohuwabohu ins Deutsche Einzug gehalten hat. Ganz so schlimm sah das Jahresgaben-Archiv des Kunstvereins bislang nicht aus. Daher ist es vielleicht keine gottgleiche Aufgabe, hier vertrauenswürdige Ordnung zu schaffen, aber ein Herausforderung schon. Und also sprach Direktorin Kristina Scepanski : „ Inventur ".

Was sich in den über 175 Jahren an Kostbarkeiten angesammelt hat, soll systematisch erfasst und die Informationen sollen online zugänglich gemacht werden. Wie viele Werke im Archiv sind? „Schwer zu sagen“, gesteht Scepanski. Ein paar Tausend könnten es schon sein. Aber: „Wir wissen natürlich, was wir haben.“

Eine zusätzliche Mitarbeiterin mit Werkvertrag wird in den nächsten Wochen sämtliche Gemälde, Drucke und Objekte in Augenschein nehmen, Daten verifizieren und ergänzen. Darunter sind kuriose Werke wie der „Hausgerollte Staubball“ (2007) von Prof. Suchan Kinoshita ( Kunstakademie Münster ) oder der Regenbogen-Regenschirm (2009) von Gabriel Kuri. Die Arbeiten werden auch fotografisch erfasst; im kleinen Hinterraum wurde ein Fotostudio eingerichtet.

Es wäre nicht der Kunstverein, wenn er aus einer „schnöden“ Dokumentation nicht einen schönen Prozess machen würde. Bis zur Eröffnung einer Ausstellung mit einer Auswahl der Jahresgaben am 1. September wird jeden Tag an einem Gitter im Schaufenster an der Rothenburg ein neues Werk zu sehen sein. Und ab nächster Woche kommt ein Bilderwagen mit schräger Rückwand ins Fenster mit einem täglich neuen Schnappschuss, wie es im Arbeitsraum aussieht sowie ein Poster, das auf die nächsten Veranstaltungen hinweist. Die Arbeit an einem „vertrauenswürdigen Archiv“ wird begleitet von einer Vortragsreihe (siehe Kasten). Kristina Scepanski: „Wir wollen sichtbar machen, dass Leben im Kunstverein ist.“

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Die Ausstellung wird am 1. September um 19 Uhr im Westfälischen Kunstverein, Rothenburg 30, eröffnet. Sie ist bis zum 18. September zu sehen.

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