Singer/Songwriter-Szene machte mit „Treibgut“ auf einem Boot halt
Vom Eierschneider bis zu Farfarello

Münster -

Das Motto „Singen zu Boote, zu Lande und in der Luft“ ist zur stadtbekannten Marke avanciert. Dass die „Treibgut“-Konzerte einen besonderen Charme haben, hat sich inzwischen herumgesprochen. Hunderte zogen zur dritten Auflage der Saison in den Hafen.

Sonntag, 24.07.2016, 18:07 Uhr

Hannes Weyland und Band aus Dortmund
Hannes Weyland und Band aus Dortmund Foto: Ulrich Coppel

Dass die Treibgut-Konzerte einen besonderen Charme haben, hat sich inzwischen herumgesprochen. Denn das Motto „Singen zu Boote, zu Lande und in der Luft“ ist zur stadtbekannten Marke avanciert. Hunderte zogen zur dritten Auflage der Saison in den Hafen. Mit Melanie Eckardt , Ronja Maltzahn, Hannes Weyland und „ North alone“ hatte das Orga-Team um Frank Romeike, Hendrik Hilgert und Phil Wood erneut vier bekannte und Newcomer- Liveacts aus der Singer/ Songwriter-Szene engagiert.

Extra dafür hatte die zur schwimmenden Bühne umgebaute „MS Anaconda“ vor dem Hot Jazz Club festgemacht. Ein perfektes Ambiente für den Musikgenuss.

Lediglich mit ihrer weißen E-Gitarre begleitete sich Melanie Eckardt zu Beginn des insgesamt rund vierstündigen Konzerts. Wie die anschließend spielende Ronja Maltzahn stellte Eckardt zu Beginn klar: „Dies ist einer meiner ersten Auftritte“ – und erntete nach dem ersten Stück Riesenapplaus. Pickingtechnik, üppiger Hall auf Stimme und Gitarre sowie bisweilen eingestelltem „Eierschneidervibrato“: Die Newcomerin spielte im perfekten Folk-Hippie-Sound der 60er Jahre.

Ronja Maltzahn bot mit zwei Medleys aus bekannten Popsongs zu Beginn und am Ende ihrer Show nicht ausschließlich eigene Werke. Allen diesen Popsongs war gemein, dass sie mit denselben vier Akkorden auskamen. Die ansonsten selber geschriebenen Stücke interpretierte sie mit ihrem Cello-Partner Felix sensibel. Immer wieder erklangen schöne, langgezogene Unisono-Passagen aus Maltzahns Stimme und dem warmen Streicherklang.

Mit dem Dortmunder Hannes Weyland und seiner vierköpfigen Combo sowie einer Duo-Ausgabe der Osnabrücker Folkrockband „North alone“ gab es zwei gestandene Größen der Szene. Musikalisch souverän und unterhaltsam fragte Weylands Text in „Kann man davon leben?“ altbekannte Musiker-Klischees ab. Origineller war die Unplugged-Version des Grönemeyer-Hits „Mensch“ mit gekonnten Stopps und groovigem Kon­trabass in der Zugabe.

„North alone“ bestach mit einer Mixtur aus Manuel Norths rauer Irish-Folkrock-Stimme, Schrammelgitarre und teils hochvirtuosem Violinspiel von So-Kumneth Sim. Das ging ins Ohr wie Hooters und Farfarello zusammen. Wer auf den Geschmack gekommen ist: Am Freitagabend (29. Juli) spielen „North alone“ in voller Besetzung im Sputnik-Café.

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