„Cross-over-Performance“ im Schlossgarten
Mit den Tänzern kommt die Farbe

Münster -

„Three“ nennen der Maler Helmut Luckmann, die Tänzerin Alice Cerrato und der Tänzer Antonio Rusciano ihre Performance, die sie am Sonntag im Schlossgarten aufführten. Drei Menschen regen sich gegenseitig an und übertragen die Inspiration auf ihre jeweilige Kunstform.

Montag, 01.08.2016, 19:08 Uhr

Mit ihrer „Cross-over-Performance“ wollten die Maler Helmut Luckmann sowie die Tänzer Alice Cerrato und Antonio Rusciano im Schlossgarten ihren Schaffensprozess transparent machen.
Mit ihrer „Cross-over-Performance“ wollten die Maler Helmut Luckmann sowie die Tänzer Alice Cerrato und Antonio Rusciano im Schlossgarten ihren Schaffensprozess transparent machen. Foto: Helmut Jasny

Am Anfang ist der Kringel. Blau schlängelt er sich über die Leinwand und lässt an Inspiration nur die Musik erkennen, die in sanften Wellen aus den Lautsprechern dringt. Die Tänzer sind zu diesem Zeitpunkt noch unsichtbar und können wenig zum künstlerischen Prozess beitragen. Das soll sich in der nächsten halben Stunde gehörig ändern.

„Three“ nennen der Maler Helmut Luckmann , die Tänzerin Alice Cerrato und der Tänzer Antonio Rusciano ihre Performance, die sie am Sonntag im Schlossgarten aufführten. Drei Menschen regen sich gegenseitig an und übertragen die Inspiration auf ihre jeweilige Kunstform. Das war der künstlerische Ansatz. Als Ergebnis erlebten die Zuschauer eine ebenso feinsinnige wie abwechslungsreiche Vorstellung, die sie abschließend mit lang anhaltendem Applaus bedachten.

Mit dem Auftritt der Tänzerin kommt Farbe ins Bild. Langsam erhebt sich Cerrato vom Boden und entfaltet ihr Glieder, was den Maler zum Einsatz von Rot inspiriert. Düsterer Trommelwirbel begleitet Antonio Rusciano, der jetzt mit weiten Schritten den Raum für sich erobert. Helmut Luckmann wählt ein undefiniertes Grau, mit dem er die roten Flächen sorgsam konturiert.

Dann nähern sich Tänzer und Tänzerin immer mehr an. Ihre bis dahin stark expressionistisch anmutenden Bewegungen werden runder und strahlen eine Harmonie aus, die der Maler mit warmen Farben und weichen Linien auf die Leinwand überträgt.

Inspiration findet aber in umgekehrter Richtung ebenfalls statt. Öfter stehen Cerrato und Rusciano vor dem Bild, als wollten die Tänzer es studieren, bevor die beiden ihre Choreographie fortsetzen. Das führt schließlich zu einem zaghaften „Pas de deux“. Der Paar-Tanz bewegt wiederum den Maler, seinen flächig aufgetragenen Farben mehr Plastizität zu verleihen. Wie die Tänzer bringt auch er damit eine neue Dimension ins Spiel.

Am Ende der als „Cross-over-Performance“ angelegten Aufführung sinkt Cerrato ermattet zu Boden. Auch ihr Kollege und der Maler erstarren in ihren Bewegungen. Die Vorstellung ist vorbei, das Bild bleibt unvollendet. Aber das soll kein Manko sein. Es sei ihnen in erster Linie um den Schaffensprozess gegangen, erklärt Luckmann. Und darum, ihn für das Publikum transparent zu machen. Das ist zweifelsohne gelungen.

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