Heureka-Net erarbeitete mit Jugendlichen die „Urban Rapstory“
„Warum muss es Feinde geben?“

Münster -

Sie bekriegen sich, die zwei „Crews“ im Musik-Theaterstück „Urban Rapstory“, eine Rache-Aktion provoziert die nächste.

Montag, 22.08.2016, 18:08 Uhr

Der Verein „Heureka-Net“ stellte sein Projekt „Urban Rapstory“ im Paul-Gerhardt-Haus vor.
Der Verein „Heureka-Net“ stellte sein Projekt „Urban Rapstory“ im Paul-Gerhardt-Haus vor. Foto: Andreas Hasenkamp

Sie bekriegen sich, die zwei „Crews“ im Musik-Theaterstück „Urban Rapstory “, eine Rache-Aktion provoziert die nächste. Das Stück ist das Ergebnis eines sechstägigen Workshops mit 20 Jugendlichen im Alter von 11 bis 19 Jahre (überwiegend aus der Geistschule und der Hauptschule Coerde ). Die Produktion zeigte bei der Aufführung am Sonntag, dass das Leben so keinen Sinn macht. Es zeigt auch unerwartete Seiten der Akteure, weckt ein gewisses Verständnis für ihr Verhalten, etwa des Underground-Anführers („Von Respekt kann ich mir leider kein Essen kaufen.“), wenn auch nicht Zustimmung. Und es zeigt die Qualitäten der Akteure als Einzelne, jenseits der Gruppe.

Die „Crew“ ist alles; dort liefert man Gestohlenes ebenso ab wie den freien Willen. Wieso? Familie findet für manchen nicht statt; den einzigen Ersatz-Bezug bildet schnell die „Crew“. Wehe, wenn ein Chef mit Ausschluss droht . . . Gegenkräfte bildet zum einen Liebe. Die aber hier nicht reichte. Eine junge Syrerin weist darauf hin: Wovor sie floh, das ist auch hier, wenn auch anders: „Warum muss es immer Feinde geben?“

So etwas binnen fünf Tagen zu erarbeiten und noch ansprechend, kompakt, in gut verständlicher Form und flotter Art auf die Bühne zu bringen, ist eine reife Leistung der Darsteller, allesamt Bühnen-Neulinge, die sich teils untereinander nicht kannten. Für Konzept und Anleitung sorgten der Projektentwickler Dirk Schubert und der Regisseur Gandhi Chahine mit dem Verein „Heureka-Net“ als Träger. Ein Extra sind die Songs mit Musik, eingespielt von „ Germain Bleich “ mit den Darstellern als Sänger.

An die witzigen Sprecherinnen der Hip-Hop-News mit ihrem sympathischen Auftreten, ihren liebenswerten Botschaften und dem gekonnten Synchron-Sprechen wird man sich ebenso erinnern wie an stille Zweier-Szenen der nachdenklichen Art. Das Team entwickelt weitere Konzepte, sagte Gandhi Chahine. Workshops gibt es in den Herbstferien im Paul-Gerhardt-Haus.

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