Ludger Wilhelm spielt jetzt solo
Nach 24 Kindern ist Schluss

Münster -

Seinem Bühnengatten Andreas Breiing bleibt er in Freundschaft verbunden. Aber nach 24 Jahren Kabarett „Die Buschtrommel,“ nach zehn Programmen, zwölf Kleinkunstpreisen, 374 823 Autobahnkilometern, 76 verwüsteten Hotelzimmern und 24 unehelichen Kindern hat der Münsteraner nachgedacht: „Ich will es mit 61 etwas ruhiger angehen lassen.“ Ludger Wilhelm ist jetzt solo.

Dienstag, 25.10.2016, 23:10 Uhr

Ludger Wilhelm wird neben einigen neuen Figuren auch in geliebte Rollen schlüpfen wie die als Bunke.
Ludger Wilhelm wird neben einigen neuen Figuren auch in geliebte Rollen schlüpfen wie die als Bunke. Foto: PR

Ludger Wilhelm hat zwei Lebensläufe – mindestens: einen seriösen und einen unseriösen. Der eine ist humorvoll, der andere spaßig. Und die Vita geht weiter: Nach 24 Jahren Kabarett „Die Buschtrommel ,“ nach zehn Programmen, zwölf Kleinkunstpreisen , 374 823 Autobahnkilometern, 76 verwüsteten Hotelzimmern und 24 unehelichen Kindern hat der Münsteraner nachgedacht: „Ich will es mit 61 etwas ruhiger angehen lassen.“ Ludger Wilhelm ist jetzt solo.

Als Kabarettist. Er wolle nicht mehr „in dem Umfang jedes Wochenende bundesweit und in Österreich unterwegs sein“. Seinem Bühnengatten Andreas Breiing bleibt er in Freundschaft verbunden. Ohnehin waren die beiden „Buschtrommler“ on Tour nahezu unzertrennlich: „Wir sind sogar oft noch mit unseren Frauen in Urlaub gefahren.“

Breiing buschtrommelt mit Britta von Anklang weiter. Ludger Wilhelm wagt sich fortan alleine auf die Bühne: unsachlich, einseitig, respektlos, subversiv, aktuell, mit dichten Texten und schrägen Ideen, immer nach der Devise: „Nur nicht die Wut verlieren“.

So heißt auch sein neues Programm, das der Hochsauerländer in seiner Heimatstadt Münster vorstellt: „Es ist und bleibt politisches Kabarett.“ Wilhelm schlüpft in bekannte Rollen als Opa, als Bunke im Trainingsanzug, aber es wird auch neue geben: „Ich werde Märchen erzählen, einen Comedy-Darsteller und einen afghanischen Soldaten auf die Bühne stellen.“ Thematisiert wird alles, was in der Zeitungslektüre Empörung auslöst. „Wenn ich kein Kabarett mehr machen würde, würde ich keine Zeitung mehr lesen.“ Die Bühne entlastet.

Ludger Wilhelm begann seine Karriere an der Universität mit dem Seminar „Theorie und Praxis des Kabaretts“ (mit Leistungsnachweis!). Daraus entstand das Kabarett „Schulte-Brömmelkamp“ und 1992 die „Buschtrommel“, der Wilhelm als Mitbegründer, Mitspieler und Hauptautor bis 2016 treu blieb. Die „Buschtrommel“ produzierte zehn Programme und avancierte mit zwölf Kleinkunstpreisen zum meistausgezeichneten Kabarettensemble Deutschlands. Jetzt spielt Wilhelm solo und hat etwas mehr Zeit für seine Leidenschaft: alte Citroëns.

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