Wie viele Emspünten verträgt die Stadt?
Grevener Hochschultage

Greven -

Kunst im öffentlichen Raum ist das Thema des 6. Grevener Hochschultages, zu dem das Gymnasium Augustinianum und die Volkshochschule Emsdetten–Greven–Saerbeck einladen. Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, 27. Oktober, um 18 Uhr im Haus der Begegnung, Marktstraße 7.

Mittwoch, 23.11.2016, 14:11 Uhr

Kuratorin: Dr. Marianne Wagner
Kuratorin: Dr. Marianne Wagner Foto: Augustinianum

Nach Impulsvorträgen diskutieren Dr. Marianne Wagner vom Kuratoren-Team der „ Skulptur Projekte 2017 “ in Münster , der Architekt und Journalist Stefan Rethfeld und Konzeptkünstler Ruppe Koselleck mit allen, denen der öffentliche Raum am Herzen liegt.

Kunst im öffentlichen Raum, dieses Thema des diesjährigen Grevener Hochschultages wirft zunächst ganz grundlegende Fragen auf: Was kann in Zeiten zunehmender Digitalisierung und Globalisierung als öffentlicher Raum verstanden werden? Müssen dessen Grenzen oder auch die eines komplexen Netzes verschiedener öffentlicher Räume nicht gänzlich neu gesteckt werden? Anders gefragt: Inwieweit trägt heute noch die Vorstellung eines öffentlichen Raumes in Gestalt etwa der Marktplätze und Parlamente, die gemeinsam und unmittelbar sinnlich begeh- und erfahrbar sind?

Ein Beispiel für Kunst im öffentlichen Raum: Henry Moores "Three Way Piece No. 2: The Archer" vor dem LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster.

Ein Beispiel für Kunst im öffentlichen Raum: Henry Moores "Three Way Piece No. 2: The Archer" vor dem LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Foto: Gunnar A. Pier

Der Grevener Hochschultag nimmt die „Skulptur Projekte 2017“ in Münster zum Anlass, einige Monate vor der Eröffnung des international renommierten Ausstellungsprojektes diese Fragen im Zusammenhang mit der Verortung und Bedeutung von Kunst im öffentlichen Raum zu diskutieren: Was ist, was kann Kunst im öffentlichen Raum heute leisten? Welche Bedeutung haben vielleicht altmodisch vorkommende Mahnmale wie das der „Drei Jünglinge im Feuerofen“, ein Kunstwerk der Bildhauerin Hilde Schürk-Frisch, das vor dem Augustinianum zu sehen ist? Wie verhält sich Kunst zur Digitalisierung von Öffentlichkeit und Privatheit, wie die Vorstellung eines öffentlichen Raumes zu gesellschaftspolitischen Fragen? Wie viele Emspünten und Brunnen verträgt der öffentliche Raum? Und wie viele Steine des Anstoßes sollen uns Künstlerinnen und Künstler vor die Füße setzen?

Drei kurze Impulsreferate aus unterschiedlichen Blickwinkeln führen anhand konkreter Beispiele in die Thematik ein. Danach darf munter weiter gefragt, diskutiert und gestritten werden. Marianne Wagner gehört dem Kuratoren-Trio der diesjährigen „Skulptur Projekte“ an und weiß, welche Parameter des öffentlichen Raumes in Münster von exemplarischem Wert für die Kunst sein werden.

Der Konzeptkünstler Ruppe Koselleck versucht mit Witz und Ironie den öffentlichen, immer auch politisch besetzten, Raum durch künstlerische Projekte sowohl im Netz als auch auf Straßen und Plätzen zu unterwandern. Stefan Rethfeld schließlich wirft als Architekt und Journalist einen kritischen Blick auf die Veränderungen des öffentlichen Raumes in den letzten Jahrzehnten.

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