Totenmesse
Konzertchor singt Mozart-Requiem in der Marguerre-Fassung

Münster -

Wenn der Konzertchor Münster am Samstag das Mozart-Requiem aufführt, wird es an manchen Stellen anders klingen als erwartet.

Mittwoch, 23.11.2016, 18:11 Uhr

Dorothee Heath mit Fabrizio Ventura
Dorothee Heath mit Fabrizio Ventura Foto: Schulte im Walde

Wenn der Konzertchor Münster am Samstag das Mozart-Requiem aufführt, wird es an manchen Stellen anders klingen als erwartet. Denn nicht die üblicherweise gespielte Version des Mozart-Schülers Franz Xaver Süssmayr steht auf den Pulten, sondern eine Fassung von Karl Marguerre. Dieser war im Hauptberuf Professor für Mathematik und Mechanik an der Technischen Hochschule Darmstadt, hat sich aber bis zu seinem Tod im Jahr 1979 intensiv mit Musik beschäftigt, insbesondere mit den Werken Mozarts. Etliche wissenschaftliche Publikationen sind daraus erwachsen, die dem Forscher bis heute einen festen Platz innerhalb der Musikwissenschaft sichern.

Dass Marguerres Requiem-Version nun in Münster zu erleben ist, dazu gab Dorothee Heath den Anstoß. Sie ist Geigerin im Sinfonieorchester Münster und die Enkelin des Mozart-Experten, der „sein“ Requiem zu Lebzeiten regelmäßig mit dem von ihm gegründeten Darmstädter Hochschulchor und -orchester aufgeführt hat. Generalmusikdirektor Fabrizio Ventura war von der Idee, die Marguerre-Version zu präsentieren, sofort angetan: „Das Klangbild wird gegenüber Süssmayr farbiger durch die Verwendung von Flöten, Oboen und Klarinetten“ – womit der erste Unterschied benannt ist.

Doch auch den Notentext selbst hat Marguerre stellenweise verändert, vor allem dort, wo Süssmayr sich seiner Ansicht nach ein wenig ungeschickt angestellt hat, so etwa im „Lacrimosa“ oder in der „Sanctus“-Fuge. „Mein Großvater hat sehr detailliert analysiert, wie Mozart generell als Komponist in Sachen Harmonieführung vorgegangen ist und wie er seine musikalischen Themen gebaut hat“, erläutert Dorothee Heath. All diese akribische Beschäftigung floss ein in eine eigene Ausgestaltung der Totenmesse , die dann nach Marguerres Tod 30 Jahre lang unbeachtet in einer Schublade lag – bis Heath sie dort wieder ausgrub, nochmals bearbeitete und schließlich in gedruckter Form herausgab.

Kontrastiert wird Mozarts „Requiem“ durch die Uraufführung des Violinkonzerts „facetten“ von Ulrich Schultheiß, die Mihai Ionescu als Solist spielen wird. Eleonore Marguerre (langjähriges Mitglied im Ensemble der Oper Dortmund und ebenfalls Enkelin des Mozart-Bearbeiters) übernimmt die Sopran-Partie im „Requiem“.

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Das Konzert findet am Samstag (26. November) um 19.30 Uhr in der Apostelkirche, Neubrückenstraße, statt. Das Konzert ist ausverkauft.

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