Freunde des Landesmuseums stellen Buch vor: „Geprägt – Skulptur Projekte Münster“
Geschichten über Geschichten

Münster -

Joseph Beuys’ Schwierigkeiten mit seinem münsterischen Fett-Keil, Ayse Erkmens Luftnummer über Münsters Dom, Katharina Fritschs gehasste und geliebte „Madonna“ – die Skulptur-Projekte Münster haben nicht nur Kunstgeschichte geschrieben, sondern auch eine Vielzahl von Geschichten.

Mittwoch, 07.12.2016, 06:12 Uhr

Skulptur-Projekte-Freunde (v.l.): Matthias Lückertz, Kasper König, Burkhard Spinnen, Sabine Mensing, Heide Weiduschat, Wolfgang Foerster und Hermann Arnhold
Skulptur-Projekte-Freunde (v.l.): Matthias Lückertz, Kasper König, Burkhard Spinnen, Sabine Mensing, Heide Weiduschat, Wolfgang Foerster und Hermann Arnhold Foto: Gerhard H. Kock

Joseph Beuys’ Schwierigkeiten mit seinem münsterischen Fett-Keil, Ayse Erkmens Luftnummer über Münsters Dom, Katharina Fritschs gehasste und geliebte „Madonna“ – die Skulptur-Projekte Münster haben nicht nur Kunstgeschichte geschrieben, sondern auch eine Vielzahl von Geschichten. Die „Freunde des Museums für Kunst und Kultur Münster“ haben das erkannt und ein Buch herausgegeben: Passenderweise heißt es „Geprägt“. Denn die Berichte, Bilder und Erinnerungen zeigen, wie sehr diese Ausstellung diese Stadt verändert hat.

Aus Interviews, Protokollen und Recherchen haben Burkhard Spinnen und Eva Pieper-Rapp-Frick auf 230 Seiten kurzweilige Texte unter Kapitel wie „Erdacht“, „Erinnert“, „Genehmigt“, „Geliebt“ oder „Geerbt“ geschrieben. Zu Wort kommen Zeitzeugen wie der Initiator der Ausstellung, Prof. Dr. Klaus Bußmann, der Kurator Prof. Kasper König, die Künstlerin Ayse Erkmen, der mittlerweile verstorbene Vorstandsvorsitzende der WestLB Ludwig Poullain sowie der OB und Regierungspräsident a.D. Jörg Twenhöven.

Es ist keine vollständige Geschichte der Skulptur-Projekte von 1977 bis 2007 mit dem rebellischen Vorspiel der kinetischen Qua­drate von George Rickey. Aber eine authentische zitierfähige Quelle in jedem Fall, liegen den Texten doch teilweise mehrstündige protokollierte Gespräche zugrunde. Spinnen (sein erster Sommer in Münster war 1977): „Kein Text ist ohne Rücksprache mit den Beteiligten veröffentlicht worden.“ Matthias Lückertz von den „Freunden“ (1976, ein Jahr vor den ersten Projekten, gründete sich der Freundeskreis) sieht etwas Grundsätzliches in dem Lese- und Bilderbuch: Es zeige, wie wichtig es ist, „dass in Münster Dinge in Bewegung geraten“. Im Vorwort heißt es: „Für uns sind die Skulptur-Projekte zum Symbol geworden für die Lebendigkeit dieser europäischen Stadt und Region: Hier wird etwas bewegt, neu gedacht, nach vorne gebracht.“ Und Dr. Hermann Arnhold (seit 1987 in Münster) findet, „das Buch spiegelt durch die Geschichten die Veränderung in der Stadt“.

Kasper König blickt als ein Urheber all dieser „Unruhen“ nach vorn: Er wünscht sich, dass das Buch bald mehrsprachig erscheint: auf Englisch, „besser noch auf Niederländisch“.

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Geprägt – Skulptur Projekte Münster, ISBN 978-3-649-62499-8, 28 Euro, im Buchhandel oder online. Die Präsentation findet am Montag (12. Dezember) um 19.30 Uhr im Foyer des Museums für Kunst und Kultur, Domplatz 10, statt. Die Autoren werden anwesend sein, Dr. Burkhard Spinnen wird lesen. | www.coppenrath.de

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