Opulenter Bildband von Bernd Haunfelder und Andreas Lechtape
Münster leuchtet ins Land

Münster -

Münster leuchtet ins Land. Das gilt nicht nur in diesen Wochen zur Advents- und Weihnachtszeit. Denn die „heimliche Hauptstadt Westfalens“ zeigt Ausstrahlung. Diesem Charme sind der Historiker Dr. Bernd Haunfelder und der Fotograf Andreas Lechtape in ihrem Band „Münster. Stadt – Geschichte – Kultur“ auf der Spur.

Donnerstag, 08.12.2016, 17:12 Uhr

Münsters Schloss macht zu allen Tages- und Jahreszeiten eine gute Figur. Rechts ein Blick in die Kuppel der barocken Clemenskirche.
Münsters Schloss macht zu allen Tages- und Jahreszeiten eine gute Figur. Rechts ein Blick in die Kuppel der barocken Clemenskirche. Foto: Thomas M.Weber WebRock-Foto.d

Keine Frage: Münster hat was. Münster bietet Heimat. Die Stadt zieht zugleich Menschen aus dem nahen und fernen Umland an. Münster leuchtet sogar ins Land. Das gilt nicht nur in diesen Wochen zur Advents- und Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über. Denn die „heimliche Hauptstadt Westfalens “ zeigt Ausstrahlung: historisch, kulturell, architektonisch, urban. Diesem besonderen Charme der Stadt sind der Historiker Dr. Bernd Haunfelder und der Fotograf Andreas Lechtape in ihrem Band „Münster. Stadt – Geschichte – Kultur“, der jetzt bei Aschendorff erschienen ist, auf der Spur. Haunfelder hat bereits viele Bild- und Textbände über Münster veröffentlicht, kennt Winkel und die bedeutenden Geschichtsmarken der Stadt, wie das Kapitel „Stadtgeschichte im Stadtbild“ belegt. Andreas Lechtape zählt zu den renommierten Architekturfotografen der Region.

Schon der Einband des repräsentativen Bandes mit einem prächtigen Panoramabild vom Turm der Überwasserkirche weckt Freude aufs Schauen und Lesen. Dies setzt sich im großformatigen Buch fort. Vom Dach der Ober­-fi­n­anz­direk­tion hat der Betrachter Münsters „Skyline“ vor Augen. Über dem Lichtermeer sind Baumberge, Windräder und Longinus-Turm fast zum Greifen nah. Auch der Blick gen Westen vom Stadthaus I über den erleuchteten Dom und das blinkende Riesenrad bis zum erleuchteten Schloss zeigt Münsters ganze Pracht. Solche überwältigenden Panoramen wechseln mit feinen Details ab. Giebelhäuser, historische Grabmäler, Blicke auf Häuser und ihr Innenleben, auf kunstvoll gestaltete Fassaden und in Treppenhäuser zeigen Lebens- und Wohnkultur in einer alten Stadt, die Geschichte und Moderne verbindet und so, wie Bernd Haunfelder treffend formuliert, wie kaum eine andere Stadt in Deutschland eine „Stadt der Mitte“ ist.

Auf 204 Seiten und in über 240 sorgfältig beschriebenen Bildern bekommt der Leser einen tiefen Einblick in Geschichte und Gegenwart einer lebenswerten Stadt, die in über 1200 Jahren von der kleinen Siedlung an der Aa zur mächtigen Bischofs- und einflussreichen Hansestadt aufstieg. Sie war Verhandlungsort zum Westfälischen Frieden, preußische Provinzialhauptstadt und schickt sich gegenwärtig an, mit ihrer kulturellen, administrativen und universitären Kraft sowie einem der Attraktivität folgenden Bevölkerungswachstum in die Riege der bedeutendsten Städte Deutschlands aufzusteigen.

Die hier in großer Fülle gebotenen Einblicke reichen von Kirchen bis zu barocken Häusern, vom Prinzipalmarkt zum Kreuzviertel, von den Museen bis zur Universität, von den modernen Skulpturen bis hin in die Peripherie mit Dyckburg und Rüschhaus. Märkte, Feste, Naturerlebnis und Freizeitvergnügen bilden einen einzigartigen Münster-Bilderbogen. Bernd Haunfelders kundige Texte schließen Geschichte und Gebäude auf, eine Chronik am Ende des Bandes rundet das Opus ab. Mehr Münster in gebundener Form gibt es kaum.

Zum Thema

Bernd Haunfelder/Andreas Lechtape: Münster. Stadt – Geschichte – Kultur. Aschendorff-Verlag Münster, 204 Seiten, 29.95 Euro.

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