Universitätschor lud zum Singen in die Dominikanerkirche ein
Heiteres Stimmen-Gewusel vor dem Konzert

Münster -

Der Chor der Universität lud zu einem für jedermann offenstehenden Gesangsabend in die Dominikanerkirche ein. Dieser fand drei Tage vor Heiligabend wohl deshalb einen besonders großen Zuspruch. Neben rund 80 Chormitgliedern hatte Chorleiter Ulrich Haspel eine große Anzahl gesangsaffiner Besucher zu betreuen.

Donnerstag, 22.12.2016, 17:12 Uhr

Erst proben mit dem Publikum und dann gemeinsam singen – das war das Konzert des Universitätschores.
Erst proben mit dem Publikum und dann gemeinsam singen – das war das Konzert des Universitätschores. Foto: Michael Schardt

Bereits zum dritten Mal lud der Chor der Universität zu einem für jedermann offenstehenden Gesangsabend in die Dominikanerkirche ein. Dieser fand drei Tage vor Heiligabend wohl deshalb einen besonders großen Zuspruch, weil das gemeinschaftliche Singen bestens geeignet ist, sich auf die Festtage einzustimmen. Neben rund 80 Chormitgliedern, die das stimmliche Rückgrat des gemischten Ensembles bildeten, hatte Chorleiter Ulrich Haspel eine große Anzahl gesangsaffiner Besucher zu betreuen.

Bewegung kam gleich zu Beginn in das Gotteshaus. Aber nicht musikalische, sondern körperliche. „Denn die schwierigste Stelle“, so Haspel, „steht gleich am Anfang.“ Er meinte die Sortierung der Stimmlagen. „Die hellen Sopranstimmen setzen sich bitte dorthin“, dirigierte der gut gelaunte Kapellmeister das Publikum, „die Tenöre nach da und Bässe und Altstimmen irgendwo dorthin.“ Einiges Gewusel war die Folge, als plötzlich fast alle aufsprangen, und Heiterkeit.

Dann ging es an die gesangliche Arbeit, sprich: an die Proben, denn „am Ende soll ein schönes klangliches Ergebnis stehen“, legte Haspel die Zielsetzung fest. Er hatte verschiedene Strophen der Psalmen 24, 98 und 100 mitgebracht, die Felix Mendelssohn Bartholdy 1843 nach Texten und Melodien des deutschen Humanisten Ambrosius Lobwasser vertont hatte.

Die Chorgemeinde agierte dem Leiter zu Beginn etwas zu vorsichtig: „Singt so laut ihr könnt“, ermunterte er, „die Kirche stürzt schon nicht ein. Macht den Klang reicher. Und mehr Tempo! Der Raum kann bis zu sechs Sekunden Nachhall produzieren, wir sind erst bei vier.“ Auch stellte Haspel den Bezug von Text und Musik her. Das Zauberwort des Psalms sei „Schall“, und gerade da müsse der Freude Ausdruck verliehen werden, die das inhaltliche Thema (Geburt Christi) auslöse.

Nach nur einer Stunde Einübung (Mendelssohns „Wellen“ machten manchen Probleme) und mehrfacher Wiederholung der Übergänge zwischen Strophen und Stücken war das besondere klangliche Ergebnis erreicht – und fast sechs Sekunden Nachhall. Da durfte die Gemeinde den Chorleiter beklatschen und etwas auch sich selbst.

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