Oratorienchor: Großes Interesse am „Requiem for the Living“
Spontaner Sonderapplaus in der Erphokirche

Münster -

Viel Publikum (darunter mancher Chorleiter) war eigens wegen dieses Stückes gekommen, welches seit seiner Erstaufführung überall auf der Welt begeistert gefeiert wird: „Requiem for Living“ des New Yorker Komponisten Dan Forrest.

Montag, 30.01.2017, 20:01 Uhr

Der Oratorienchor sang Forrest und Mendelssohn in der Erphokirche mit (vorne v.l.) Jenny ­Haecker, Enno Kinast, Sabrina Blüthmann und Sebastian Zint.
Der Oratorienchor sang Forrest und Mendelssohn in der Erphokirche mit (vorne v.l.) Jenny ­Haecker, Enno Kinast, Sabrina Blüthmann und Sebastian Zint. Foto: ukc

Bis zum letzten Platz war die große Erphokirche beim Konzert des Oratorienchores am Sonntagabend besetzt. Mit den Solisten Jenny Haecker (Sopran), Enno Kinast (Bariton) und dem Kourion-Orchester standen dem großen Chor exzellente Profis zu Seite. Dirigent Sebastian Zint formte daraus eine große Einheit. Mit gleich drei Werken aus der Feder Felix Mendelssohn-Bartholdys begann das Konzert romantisch. Organistin Sabrina Blüthmann begleitete die Sänger in diesem ersten Teil noch ohne das Orchester.

In der Arie (mit Chor) „Bei Dir gilt nichts, denn Gnad“ aus dem fünfsätzigen Werk „Aus tiefer Noth schrei ich zu Dir“ (op.23,1) brillierte Enno Kinasts Bariton. Dem großen Oratorienchor gelang unter Sebastian Zints stimmbildnerischer Vorbereitung ein warmer und gut ausgewogener Zusammenhalt. Doch vereinzelt, etwa in den hohen Lagen der Fuge „Aus tiefer Not“, erreichten einzelne Sänger ihre natürlichen Grenzen.

In der anschließenden, 1840 entstandenen „Hymne, Hör mein Bitten“ dialogisierten die bestens aufgelegte Solo-Sopranistin Jenny Haecker und der Chor auf hohem stimmlichen Niveau.

Spontanen Sonderapplaus erhielt Sabrina Blüthmann für ihre solistische Instrumental-Leistung im 1. Satz aus Josef Gabriel Rheinbergers „Sonate Nr. 4, a-moll“. Dieser war eine gelungene Überleitung zum Höhepunkt des Konzertprogramms, dem 2012/13 entstandenen „Requiem for Living“ des New Yorker Komponisten Dan Forrest.

Viel Publikum (darunter mancher Chorleiter) war eigens wegen dieses Stückes gekommen, welches seit seiner Erstaufführung überall auf der Welt begeistert gefeiert wird. Durch und durch tonale, verträumte, kleine Instrumentallinien im Kon­trast zur großen, oft hymnenhaft singenden Chorkulisse: Das 40-minütige Werk erinnert an Teile von Orffs „Carmina Burana“. Ohne jeden Kiekser gelangen Horn, Oboe, Violine, Cello oder der Harfe ihre jeweils solistischen Passagen. Haecker und Kinast glänzten stimmlich dazu. Großartig.

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