Malerische Delikatessen
Galerie Hachmeister zeigt Christoph Worringer

Münster -

Sieben Jahre sind vergangen. Doch die Ausstellung des 1976 in Krefeld geborenen und an der Kunstakademie Münster ausgebildeten Malers und Zeichners Christoph Worringer im Landesmuseum ist vielen unvergessen. Es war eine der letzten Ausstellungen im Jahr 2010, kurz vor dem Abriss des alten Gebäudes. Kuratiert vom Direktor Dr. Hermann Arnhold und seinem Vize Dr. Erich Franz bedeutete es für beide ein Risiko, einem jungen unbekannten Künstler die großen Ausstellungsräume zu überlassen. Ein Wagnis, das sich schon während der übervollen Eröffnung als Erfolg erwies.

Mittwoch, 01.03.2017, 08:03 Uhr

„Decken“ ist Christoph Worringers Aneignung von „Das Wetterhorn“ von Johann Wilhelm Schirmer
„Decken“ ist Christoph Worringers Aneignung von „Das Wetterhorn“ von Johann Wilhelm Schirmer Foto: Christoph Worringer

Geboten wurden Vorwiegend große Gemälde mit zahlreichen lebensgroßen männlichen Figuren in merkwürdigen Situationen. Es war immer dieselbe Figur, aber ohne Augen und damit entpersonalisiert, aber es war „augen“scheinlich der Künstler selbst – und wurde zum frühen Markenzeichen.

Die Realität, die im Atelier dahinter stand, war eine andere: Ein junger Künstler konnte sich professionelle Modelle mangels Einkommen nicht leisten und war sich selbst am günstigsten.

Worringer ist heute einer der prägnantesten Vertreter der neuen Figuration in Deutschland und sieht sich als ein neusachlicher Maler. Worringer baut sich Modelle oder nimmt die Gegenstände in realiter ins Atelier und arbeitet sich daran ab. Manchmal ist es noch die eigene Person, aber häufiger sind es Kleinigkeiten, die im Zusammenhang mit kunsthistorischen Verweisen, Neuinterpretationen, abenteuerlichen Verbindungen, ironischen Kommentaren dargestellt werden. Das verbindende Element all dieser neuerlichen, teils kleinformatigen Arbeiten ist die malerische Delikatesse dieses außerordentlichen Talentes.

Die Kulmination erfährt dies in einem Großformat mit dem lapidaren Titel „Decken“, einer Interpretation von „Das Wetterhorn“, eines Hauptwerkes des großen Landschaftsmalers Johann Wilhelm Schirmer (1807-1863). Im Atelier baute sich Worringer mit verschiedenen Decken, Stoffen und Spitzen einen Berg, fügte dem aber eine „Wohn“kolonie aus Holz und Pappe zu und gab dem ganzen Kons­trukt während des Malprozesses noch eine kleine Figuren-Idylle im Tal anbei.

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Die Ausstellung in der Hachmeister Galerie, Klosterstraße 12, wird am Freitag (3. März) um 19 Uhr eröffnet. Bis 6. Mai.

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