Katalane Josep Carol Überraschungsgast der Alten Philharmonie
Adagio mit Nietzsche

Münster -

Antonin Dvořák stand auf dem Höhepunkt seiner Karriere, als er mit 50 Jahren die Ouvertüre „In der Natur“ komponierte, die den Auftakt des ersten Jahreskonzerts der Alten Philharmonie Münster im Konzertsaal der Waldorfschule bildete.

Montag, 13.03.2017, 21:03 Uhr

Die Alte Philharmonie unter Leitung von Thorsten Schmid-Kapfenburg
Die Alte Philharmonie unter Leitung von Thorsten Schmid-Kapfenburg Foto: Michael Schardt

Antonin Dvořák stand auf dem Höhepunkt seiner Karriere, als er mit 50 Jahren die Ouvertüre „In der Natur“ komponierte, die den Auftakt des ersten Jahreskonzerts der Alten Philharmonie Münster im Konzertsaal der Waldorfschule bildete. Dieses in typischer Sonatenform angelegte Werk erzählt als Momentaufnahme vom stimmungsvollen Anbruch des Tages und ist durchweht von einer frühlingshaften Leichtigkeit. Vogelrufe sind zu hören, Hirtenklänge ertönen, die Natur erwacht pulsierend zu neuer Vitalität.

Danach konnte Dirigent Thorsten Schmid-Kapfenburg eine Welturaufführung ankündigen, das Adagio aus dem vierteiligen Orchesterwerk „Quan la pau retorni per les valls“ (Wenn der Friede in die Täler zurückkehrt) des katalanischen Komponisten Josep Carol . Dieser habe trotz seiner 89 Jahre die lange Reise von Barcelona nach Münster auf sich genommen, so Schmid-Kapfenburg weiter, um dem Konzert beiwohnen zu können. Schließlich sei es schon mehr als ein halbes Jahrhundert her, dass Werke Carols aufgeführt worden seien. Dem Komponisten gehe es bei seiner Arbeit allein um den schöpferischen Akt, weniger um die Wirkung.

Sein Adagio, dem ein Zitat Nietzsches zu Grunde liegt, thematisiert ein Naturerlebnis in den Pyrenäen und knüpft damit nahtlos an Dvořák an. Im Stil eher ruhig und getragen, kann die Arbeit in der Nachfolge des französischen Impressionismus gesehen werden, ist nach Innen gewandt und von meditativem Charakter. Als der bescheiden auftretende Carol nachher auf die Bühne gerufen wird, erhält er den herzlichsten Beifall.

Weiter ging es mit Dvořáks „Zehn biblischen Liedern“, die er während seiner amerikanischen Zeit geschrieben hatte. Als Solist brillierte Opernsänger Gregor Dalal vom Theater Münster.

Beschlossen wurde der Abend mit der jugendlich-aufwühlenden Sinfonie Nr. 1 (h-Moll), die der schwedische Komponist Kurt Atterberg mit Anfang Zwanzig geschaffen und als Dirigent 1912 selbst uraufgeführt hatte.

Für eine großartige Ensembleleistung gab es lang anhaltenden Beifall.

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