Amateurbühne Münster-Ost: „Stirb schneller, Liebling“
Bessere Killer gesucht

Münster -

Klarer Fall von „funktioniert nicht“: Er liebt Fußball und Bier. Und er träumt von einer lockeren Trigamie, mit je einer Frau zum Angeben, einer für den Haushalt und einer für gewisse Stunden. Sie dagegen möchte mit einem eigenen Gestüt in der High Society bewundert werden und den heimischen Mief hinter sich lassen.

Sonntag, 26.03.2017, 16:03 Uhr

Vergiftete Milch und Atmosphäre 
Vergiftete Milch und Atmosphäre  Foto: Wolfgang A. Müller

Jeder Wortwechsel zwischen den Eheleuten Kniesebeck ist gespickt mit Gehässigkeiten und Spitzen: „Unsere einzige Gemeinsamkeit ist, dass wir am selben Tag geheiratet haben“, umreißt Toilettenpapierfabrikant Kurt ( Markus Sasse ) höhnisch das Beziehungselend in seinem Hause. In Gattin Paula ( Monika Austermann ), von Kurt mit dessen vor Liebeshunger hyperventilierender Sekretärin (Beatrice Paul) betrogen, keimt indes ein mörderischer Plan, an das Geld ihres Mannes zu kommen, um ein neues Leben zu beginnen. Dumm nur, dass dieser eine ebensolche Lösung für die familiäre Dauerkrise ausheckt.

Mit „Stirb schneller, Liebling“, einer Kriminalkomödie des Hockenheimer Autors Hans Schimmel, startete die Amateurbühne Münster-Ost im Pfarrer-Eltrop-Heim unter der Regie von Beate Ruhkamp launig in ihr neues Spieljahr. In dem boulevardesken Stück erlebt man Menschen, die in der Wahl ihrer Liebes- wie Geschäftspartner oder auch in der Berufsausübung über ein nicht gerade glückliches Händchen verfügen. Während Tochter Caroline (Jule Rieder) sich mit täglich wechselnde Liebschaften brüstet, engagieren ihre Eltern Killer (Manuel und Linda Roreger), um sich gegenseitig aus dem Weg zu räumen. Die wiederum sind die unblutigsten Anfänger, denen je ein Klappmesser in die Hand gedrückt wurde. Es ist die Stunde der Amateure, auf der Bühne und im Stück selbst.

Die beste Idee des Autors, selbst Mitglied in einem Hobby-Ensemble, ist die Einführung eines hyperkorrekten Butlers (Charly Hillebrand) und eines improvisationsfreudigen, chaotischen Haustechnikers (Tim Schmidt) in das erprobte Typenarsenal. Jean und Ali mit Namen, sind sie die guten Seelen des Hauses und doch Antagonisten: der Hausdiener, dezidiert scharfzüngig, bemüht um Ordnung; der rührend schluffige Laientechniker ein Bote der Katastrophe und des wachsenden Irrsinns. Unter viel Gelächter und Beifall zeigte das Team der Amateurbühne, dass es Spielfluss und Spielfreude auch von dem hölzernen Charakter einiger Passagen im ersten Akt nicht stoppen ließ, der eher der Textvorlage geschuldet ist.

Den unterhaltsamen Abend beschloss die Theatergemeinschaft mit der Ehrung von Helga Lenz und Rita Glasbrenner für 25-jähriges Engagement.

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