St.-Joseph-Chöre sangen Mozarts Requiem in der vollen Kirche
Stehende Ovationen für lebendigen Klang

Münster -

Frisch bis zum letzten, mit stehenden Ovationen gefeierten Ton zauberten die Chöre von St. Joseph am Sonntagabend ein Konzert der feinsten Art. Begleitet vom Orchester Unitate Melos, veredelt von den Solisten Anna-Sophie Brosig (Sopran), Sara Romberger (Mezzosopran), Stefan Sbonnik (Tenor) und Konstantin Ingenpass (Bass) leitete Kantor Dr. Winfried Müller das Konzert.

Dienstag, 11.04.2017, 06:04 Uhr

Winfried Müller leitete das Konzert in St. Joseph an der Hammer Straße.
Winfried Müller leitete das Konzert in St. Joseph an der Hammer Straße. Foto: Heike Eickhoff

Die zusätzlichen Bänke und Stühle waren komplett besetzt, sehr viele Zuhörer standen geduldig in den Gängen oder setzten sich auf den Boden. Auch in den Minuten nach Konzertbeginn kamen noch weitere Gruppen von Zuhörern auf Zehenspitzen in die Kirche.

Die Chorkonzerte in St. Joseph (immer schon sehr gut besucht) platzen derzeit aus allen Nähten. Die Chöre (Projektchor, Jugendschola und Kammerchor Cantamus) gewinnen Wettbewerbe, spielen CDs ein, konzertieren – und immer klingen die begeisterten Hobbysänger lebendig und haben hörbar gut gearbeitet.

Unitate Melos begann das Konzert mit der Streichersinfonie Nr.12 (g-Moll) des jungen Felix Mendelssohn Bartholdy. Flott und zügig (ein bisschen verhallt durch den großen Raum) führte Kantor Müller die Instrumentalisten, ließ (wo möglich) die Kantilenen ausspielen und die historischen Instrumenten singen.

Verstärkt um die Chöre und die Bläser, nach Begrüßungen durch Pastor Dr. Stefan Rau und Michael Krapp vom Förderverein der Kirchenmusik, folgte Mozarts Requiem .

Das Fagott begann mit seinem berühmten Solo, die anderen Bläser folgten ebenso sicher – voll klingend und sauber intonierend kamen nun die Chöre hinzu. Flott und zornig ging Müller das „Dies Irae“ an, die Posaune eröffnete das „Tuba mirum“. Das Solistenquartett glänzte wohlklingend und sicher vom Bass bis zum Sopran hörbar gut vorbereitet. Die Chorsänger beschworen den „König schrecklicher Gewalttaten“ („Rex tremendae“). Dramatisch trauerten Sänger und Instrumentalisten im „Lacrimosa“, um schlicht und knapp mit einem einstimmigen „Amen“ zu enden.

„Das Leben geht weiter für den, der glaubt!“, beteuerte Pastor Rau in einer kurzen Ansprache nach diesem Satz. Ruhig triumphierend mit wohlklingenden Posaunen und einen die Fuge genießenden Chor gefiel das „Sanctus“, bekanntlich nicht mehr aus der Komponistenfeder Mozarts, gut. Ein großartiges „Agnus Dei“ und das sich in sich ruhende „Lux aeterna“ mit gelungener Fuge beendeten das Konzert.

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