Lamberti-Kammerchor singt Messe
Alte Musik neu aufgeführt

Münster -

Am Sonntagnachmittag lud der Kammerchor St. Lamberti zum zweiten Konzert der Reihe „Chante magne“ mit franko-flämischen Messvertonungen des 15. Jahrhunderts. Selten kommt die „Missa Hercules Dux Ferrariae“ von Josquin Des Prez zur Aufführung; entsprechend groß war das Interesse in der sehr gut besetzten Lambertikirche.

Montag, 10.04.2017, 19:04 Uhr

Kammerchor St. Lamberti
Kammerchor St. Lamberti Foto: Ulrich Coppel

Musikwissenschaftler Robert Memering erläuterte in zwei Moderationen die subtile Symbolik der geistlichen Musik der frühen Renaissance. Konkret versteckte Des Prez mittels einer damals typischen Satztechnik namens „Sogetto Cavato“ den Namen des Herzogs von Ferrara , Ercole d’Este , in den Noten das Cantus Firmus. Sodann entwickelten sich komplexe modale Strukturen. Die „Missa Hercules Dux Ferrariae“ ist das bedeutendste „Sogetto Cavato“-Werk des bedeutendsten franko-flämischen Komponisten der Renaissance, Josquin des Prez.

Lamberti-Kantor Alexander Toepper dirigierte den stimmlich fein ausgebildeten Kammerchor sehr souverän und klar durch die zumeist vierstimmigen, kon­trapunktischen A-cappella-Sätze. Der kompositorisch schlanken Struktur des Werkes war dies sehr angemessen, so dass die opulente Akustik der Lambertikirche das Klangbild auch in weiterer Entfernung nicht undifferenziert oder gar verhallt erscheinen ließ. Am Ende gab es langen Applaus, und die Vorfreude auf weitere Konzerte des auf Alte Musik spezialisierten Kammerchores. Diese sind am 25. Juli um 17 Uhr in der Überwasserkirche, am 8. Oktober um 19 Uhr in der Ludgerikirche, und am 19. November um 16 Uhr in der Petrikirche.

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