Theater en Face lädt in die Industriehalle am Hawerkamp
Safari in die Zivilisation

Münster -

Das Theater en Face feiert Premiere mit einem hochaktuellen und aufwendigen Projekt: „98 % – Safari in die Zivilisation“. Die Münsteraner spielen zwei Einstünder an einem Abend in einer besonderen Location: Die große Halle B am Hawerkamp ist für dieses Projekt ausgewählt worden, weil das zweite Stück eine begehbare Theaterinstallation ist.

Mittwoch, 19.04.2017, 14:04 Uhr

Die Figur des Affen tritt in den beiden einstündigen Stücken in Erscheinung.
Die Figur des Affen tritt in den beiden einstündigen Stücken in Erscheinung. Foto: Xenia Multmeier

„Affe I – Weltinnenraum des Monsters“: Die zentrale Figur dieses Tanztheaterabends ist Djalioh, ein Wesen, der frevelhaften Kreuzung aus Affe und Mensch entsprungen. Ohne Sprachvermögen und fremd aussehend, ist er zum Außenseiter prädestiniert. Seine reiche Gefühlswelt wendet sich ins Negative. Er tötet die Frau, die er liebt, aber nicht bekommen kann. Die Geschichte beruht auf Flauberts Gothic Novel „Quidquid volueris“ von 1837, die satirisch scharf auf Kolonialismus und Rassismus zeigt. Die Theaterfassung stammt von Xenia Multmeier. Besetzung: Marion Bertling , Bruno de Carvalho , Stephanie Escudeiro-Kießling und Christoph Winges.

„Affe II – Nimm hin und verschling es“ : Das zweite Stück verändert die Perspektive auf den Affen: Während Djalioh als Affenwesen zum ewig Fremden stigmatisiert wird, ist Rotpeter aus dem „Bericht für eine Akademie“ von Kafka die Assimilation an die Menschen gelungen. Er kann sich kaum noch an das Affe-Sein erinnern. Aber: Ist Zivilisation tauglich, um dem Wilden in uns zu entkommen? „Nimm hin und verschling es“ ist eine Theaterinstallation , ein begehbarer Raum, der Perspektiven ständig neu erschließt. Der Zuschauer trifft auf die Schauspieler und Performer, entlang der Video-Installationen der Künstlerin Gilsuk Ko . Es wirken mit Alexander Rolfes (Rotpeter), Sarah Giese, Gilsuk Ko und Anne Rolfes (Performance) und Vivien Hecht (Tanz).

Konzept und Regie stammen von Xenia Multmeier. Die Musik zu beiden Stücken wurde geschrieben und wird live performt von Udo Herbst. Die Bühne in dem beeindruckenden Industriedenkmal „Halle B“ am Hawerkamp wurde gestaltet von dem Bildhauer Wolfgang Mössing.

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Vorstellungen sind am 22. und 23. April jeweils um 19 Uhr (warme Kleidung empfohlen) sowie am 25., 27. und 28. Mai um 19 Uhr in der Halle B am Hawerkamp. Karten: ' 928 40 68.

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