Theater Titanick: Letzte Proben für „Alice on the Run“
Wuchtige Bilder – sensible Botschaft

Münster -

Der mit schwarzer Plastik verhängte Bauzaun lässt ahnen, dass sich dahinter Großes tut. In der Nacht zu Freitag rollte das Theater Titanick mit seinen LKW aus Leipzig an – und ist in Münster auf dem Areal auf dem Stadtwerke-Vorplatz nun in der Aufbau- und Probenendphase zu „Alice on the Run“. Am 11. Mai wird der neue „Open-Air-Trip für bewegte Zeiten“ seine Uraufführung in Münster erleben.

Freitag, 05.05.2017, 17:05 Uhr

Die Zeit läuft, die „Alice“-Uraufführung naht – und die Akteure und Sponsoren freuen sich: (jeweils v. l.) Thomas Kuhnert (Theater Titanick), Andreas Ermeling (Kulturamt) und Uwe Köhler (oben), Anja Hitzler-Spital (Münster-Marketing), Hery Klaas (GGUA) und Ralf Mertins (Stadtwerke, Mitte) sowie Isabelle Bettmer, Clair Howells (beide Titanick) und Dr. Uwe Koch (Sparkasse Münsterland-Ost, unten). Auf dem Gabelstapler sitzt Uwe Lappe.
Die Zeit läuft, die „Alice“-Uraufführung naht – und die Akteure und Sponsoren freuen sich: (jeweils v. l.) Thomas Kuhnert (Theater Titanick), Andreas Ermeling (Kulturamt) und Uwe Köhler (oben), Anja Hitzler-Spital (Münster-Marketing), Hery Klaas (GGUA) und Ralf Mertins (Stadtwerke, Mitte) sowie Isabelle Bettmer, Clair Howells (beide Titanick) und Dr. Uwe Koch (Sparkasse Münsterland-Ost, unten). Auf dem Gabelstapler sitzt Uwe Lappe. Foto: Petra Noppeney

Dieser Werbeslogan ist wohl gewählt. Er bezieht sich sowohl direkt auf das Stück, inspiriert durch Geschichten des britischen Schriftstellers Lewis Carroll , als auch auf den realen gesellschaftspolitischen Hintergrund. Und auf die Gegebenheiten der Aufführung, bei der auch die Zuschauer in Bewegung sein werden.

1000 Zuschauer werden pro Aufführung eingelassen, zehn Termine sind geplant. „Es ist neu für uns, dass die Bühnenteile durch das Pu-blikum bewegt werden“, beschreibt Uwe Köhler , der Künstlerische Leiter des in Leipzig und Münster ansässigen Straßentheater-Ensembles, die besonderen Herausforderungen. Mithilfe dreier Kuben und mehrerer Gabelstapler werden sich auf kreisrunder Aufführungsfläche, in deren Mitte sich anfangs das Haus von Alice befindet, „in 70 Minuten zehn verschiedene Welten auftun“, verspricht Köhler.

Diese Welten bilden die Folie, vor der sich Alices Odyssee in einer fahrbaren Badewanne durch ein befremdliches Wunderland vollzieht. Wird sie – wie es wohl auch jene 60 Millionen Menschen hoffen, die laut Köhler zurzeit weltweit als Flüchtlinge unterwegs sind – am Ende eine neue Heimat finden?

Die Nähe zur gegenwärtigen Flüchtlingsproblematik ist Programm bei der neuen Produktion. So hat das Theater Titanick seine Kampagne an den Veranstaltungstagen nach einem Zitat aus dem Stück – „Heimat ist ein flüchtiger Ort“ – benannt. Und andere Engagierte mit ins Boot geholt: Die Flüchtlingshilfe GGUA Münster wird ihre Arbeit vorstellen, der Verein „elbèn“ wird das syrische Traditionsgericht Manakish anbieten. Am 14. Mai wird es zudem von 11 bis 15 Uhr ein Schach- und Kultur-Event auf dem Hafenplatz geben.

Denn das Schachbrett, am Ende zur gewaltigen Pyramide aufgetürmt, ist ein wiederkehrendes Moment der Aufführung, die in Leipzig schon als Voraufführung zu sehen war. Und auf ein begeistertes Publikum stieß, wie Clair Howells – sie spielt die „Rote Königin“ – am Freitag vor Journalisten und Sponsoren versicherte.

Die Fans in Münster und Umland haben jedenfalls wohl keinen Zweifel daran, dass es den „Titanickern“ gelingen wird, die Wucht der mit viel Pyrotechnik arbeitenden Bombast-Produktion mit der Sensibilität des Flüchtlingsthemas zusammenzubringen. 4500 Karten sind bereits gebucht. Wer „Alice on the Run“ erleben will, sollte sich also sputen.

Zum Thema

Vier Leser unserer Zeitung können kostenlos dabei sein: Wir verlosen zwei mal zwei Eintrittskarten für die Dernière von „Alice on the Run“ am Samstag (20. Mai) um 21.30 Uhr auf dem Hafenplatz in Münster. Um an der Verlosung teilzunehmen, brauchen Sie nur bis Mittwoch (10. Mai) unter der Telefonnummer 0137 /808401582 das Stichwort „Theater Titanick“ sowie Name und Adresse zu hinterlassen. Ein Anruf aus dem deutschen Festnetz kostet 50 Cent (mobil ggf. abweichend). Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4813170?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F
Günstig geht anders – aber der Spaß ist‘s wert
Was wäre eine Kirmes ohne Fahrgeschäfte? Bei der Warendorfer Fettmarktkirmes geben rund 200 Schausteller alles, damit die Familien einen unvergesslichen Tag erleben.
Nachrichten-Ticker