Farbenfrohes Kinderkonzert im Theater
Wie die Hexe das Fliegen lernt

Münster -

Was eine Hexe ist, weiß jedes Kind, obwohl alte Märchen leider aus der Mode geraten sind. Im letzten Kinderkonzert der Saison war die sagenhafte Moorhexe Kikimora zu Besuch im Kleinen Haus des Stadttheaters, ein russisches, oft unsichtbares Weiblein, das den Menschen, die es sehen, Unglück bringt. Um den Hexenspuk nicht ungebremst auf die Kleinen loszulassen, gab’s zu Beginn den Slawischen Tanz Nr. 1 C-Dur von Antonín Dvořák. „Wer von denen passt auf diese fröhliche Musik?“, jubilierte Moderator Hartwig Maag und wies auf die hinter dem Orchester gespannte Leinwand: Drei Smileys grimassierten da um die Wette. Die Arme der Kinder flogen einhellig in die Höhe: es war der Strahlemann ganz rechts. Und was braucht es noch? „Ne Melodie“, krähte es von irgendwo her. „Stimmt. Diese Musik geht ins Blut, diese Musik ist fein, lädt zum Tänzchen ein“, dichtete Maag zum Thema, während Stefan Veselka das Sinfonieorchester Münster durch die furiosen Anfangstakte scheuchte. Rhythmische und orchestrale Raffinessen wurden erfolgreich mit Klatschen und Stampfen erprobt.

Sonntag, 14.05.2017, 17:05 Uhr

Münsters Sinfonieorchester lieferte im Kinderkonzert ein schönes Wetterleuchten.
Münsters Sinfonieorchester lieferte im Kinderkonzert ein schönes Wetterleuchten. Foto: Moseler

Dann aber kam der Auftritt der Hexe. Anatoli Liadows Orchesterscherzo „Kikimora“ ist ein elegantes Horrorporträt alter russischer Schule, effektvoll und mit schwarzem Humor. Die Qualitäten des Stücks sind unmittelbar nachvollziehbar wie das Märchen, für das sich der Moderator – mit einer Hexenpuppe in einen Lehnsessel setzte. Von Kikimoras Kindheit bis zu ihren ersten Flugversuchen reichte der prosaische Bilderbogen, den das Orchester ausschnittsweise drastisch illustrierte. Maag grollte und flüsterte und lieh der Hexe eine krächzende Rabenstimme im Falsett.

Das Wetterleuchten der Orchesterfarben machte Eindruck auf das junge Publikum. Zudem hatten Kinder der Albert-Schweitzer-Schule Oelde und der Kindertagesstätte „Dickmadam und Zappelmann“ Bilder zum Hexenthema gemalt, deren Düsternis ebenso überraschte wie das Abstrakte.

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