Uraufführung von „Das neue Jerusalem“ im Wolfgang-Borchert-Theater
Das Geschäft mit der Angst

Münster -

Die Welt denkt in diesem Jahr an Martin Luther. Und Münster selbstverständlich an seine Episode in der Geschichte der Reformation: die Täufer. Das Wolfgang-Borchert-Theater hat aus diesem Anlass sogar ein Stück in Auftrag gegeben. „Das neue Jerusalem“ heißt es und wird von Intendant Meinhard Zanger inszeniert. Die Uraufführung am Donnerstag ist ausverkauft.

Dienstag, 16.05.2017, 20:05 Uhr

Die Täufer (v.l.) Bernd Knipperdolling (Jürgen Lorenzen) und Jan van Leiden (Florian Bender) spielen in „Das neue Jerusalem“ eine zentrale Rolle.
Die Täufer (v.l.) Bernd Knipperdolling (Jürgen Lorenzen) und Jan van Leiden (Florian Bender) spielen in „Das neue Jerusalem“ eine zentrale Rolle. Foto: Tanja Weidner

Das Schauspiel von Arna Aley ist eine Mischung aus historischen Tatsachen sowie Fiktion und erzählt Etappen der bekannten Geschichte von der Ankunft des Jan van Leiden in Münster bis zu der Belagerung durch Fürstbischof Waldeck und seinen Sieg. Zu erleben sein wird, wie der weit gereiste Schneider, Kaufmann, Gastwirt, Meistersinger und Schauspieler Jan Beuckelsson, besser bekannt als Jan van Leiden, die Stadt begeistert, vor allem die Frauen, wie sich die Gemeinschaft unter der Belagerung radikalisiert, militarisiert und Machtbesessenheit um sich greift.

Regisseur Zanger will die gesellschaftlichen Umstände der Ereignisse damals anschaulich machen. Aus dem Bildersturm wird eine Bücherverbrennung, bei den Offenbarungsszenen werden innere Stimmen sichtbar: Die Muttergottes tritt auf und auch Jesus. Zanger will Fragen ans Heute stellen: Wie läuft das Geschäft mit der Angst? Wie geht es weiter mit uns und den gesellschaftlichen Zuständen?

Die Inszenierung wird opulent: 18 Akteure tummeln sich in den zweieinhalb Stunden auf der Bühne. Das Ensemble des Borchert-Theaters wird durch Schauspielschüler und junge Absolventen von der Schauspielschule der Keller (Köln) sowie der Alanus Hochschule (Bonn) verstärkt. Sie bilden eine Art griechischen Chor, spielen das Volk mit seinen divergierenden Haltungen, taufunwillige Flüchtlinge, Überläufer.

Die Bühne wird ein Halbrund sein, wo Außenszenen (Domplatz und Rathaus) spielen. Brecht-Gardinen ermöglichen intimere Szenen. Die Kostüme sind eher zeitlos. Zanger: „Ich will keine historische Folklore.“ So sehen die Täufer-Jünger wie Sannyasins aus – nur in Weiß. Es gibt Sounds, Musik und ein Kirchenlied zu hören. Die Sprache ist modern.

Zum Thema

Die Uraufführung am Donnerstag (18. Mai) um 20 Uhr im Borchert-Theater, Am Mittelhafen 10, ist ausverkauft. Nächste Vorstellungen sind am Samstag und Sonntag (20. und 21. Juni), weitere im Juni und Juli. Karten: ' 400 19.

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4839401?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F646285%2F
Erfolglose Pferde-Fahndung nimmt ein glückliches Ende
Ungewöhnlicher Einsatz am Karfreitag: Erfolglose Pferde-Fahndung nimmt ein glückliches Ende
Nachrichten-Ticker