Ausstellung „Wendy“ in der Ausstellungshalle am Hawerkamp
Ja wo laufen sie denn?

Münster -

Wer „Wendy“ liest, assoziiert dies mit dem Titel einer Pferdezeitschrift für Mädchen. In diesem Fall jedoch steht „Wendy“ für „Welcome to the Hawerkamp and have a nice Day“ – und, welch Wunder: Bei dieser Ausstellung, die nicht weniger als 96 Arbeiten von 31 Hawerkamp- und 23 Gastkünstlern vereint, stößt der Besucher doch glatt auf – Pferde. Zwei an der Zahl.

Mittwoch, 07.06.2017, 16:06 Uhr

Uli Pätsch schuf das „Iron Horse“ (gr. Bild), das die Besucher der Ausstellung „Wendy“ in der Ausstellungshalle am Hawerkamp empfängt. Rechts Peter Paul Bergs Fäden-Installation und der lustige, von Robert Matzke gemalte Fiffi mit Schlappohren.
Uli Pätsch schuf das „Iron Horse“ (gr. Bild), das die Besucher der Ausstellung „Wendy“ in der Ausstellungshalle am Hawerkamp empfängt. Rechts Peter Paul Bergs Fäden-Installation und der lustige, von Robert Matzke gemalte Fiffi mit Schlappohren. Foto: Petra Noppeney

Wobei das galoppierende Pferd von Künstler Uli Pätsch , das exponiert in der Ausstellungshalle am Hawerkamp aufgebaut ist, ein fragiler schwarzer Rappe ist, bestehend aus zusammengeschweißten metallenen Fundstücken. Ein Windstoß scheint zu reichen, um das Tier (12 000 Euro Verkaufswert!) zu Fall zu bringen. Und auch das Ross, das Anne Kückelhaus als Umriss an die hohen Wände der Halle gemalt und mit Kopf und Fessel aus Ton bestückt hat, erweckt den Eindruck, als hätte es schon bessere Tage gesehen.

96 Arbeiten – das macht 96 Positionen zeitgenössischer Kunst. Ganz bewusst, so erzählt Kirsten Mühlbach, die mit zwei feinen, reliefartigen Mandala-Arbeiten in der Ausstellung vertreten ist, treten die Künstler am Hawerkamp am Eröffnungswochenende der Skulptur-Projekte aus dem übermächtigen Schatten ihrer internationalen Kollegen. International ist „Wendy“ übrigens auch – mit Teilnehmern aus Holland, Finnland, Schweden und England. Anstelle der Petersburger Hängung hat sich das Kuratorenteam diesmal für eine luftige Hängung entschieden, die Leerfläche zwischen den Arbeiten lässt, um die Werke einzeln gut zur Geltung zu bringen, aber auch Wechselwirkungen untereinander zutage treten zu lassen.

Ein schönes Beispiel für Letzteres gibt es im Umfeld von Peter Paul Bergs zarter Installation in situ aus Acrylfäden in vier Farbgruppen. Diese hat er von der Decke bis zum Boden straff gespannt. Je nachdem, wie nun die Sonne auf die Fäden fällt, mutieren sie im Raum zu schillernden Farbflächen, was etwa mit Meinhard Schultes Ölgemälde „Nachtfahrt“, das an Rauch oder Wasserkreise erinnert, wunderbar korrespondiert. Auf der gegenüberliegenden Seite gehen die blau-gold-farbene Tonbüste von Christiane Schöpper (blauer Kopf) und die anmutigen Schilf-Radierungen „Hohenossig / zuhause anderswo“ von Gintare Skroblyte eine farblich stimmige Symbiose ein.

Ein echter Hingucker im Eingangsbereich ist sicher die aus einem Block ausgefräste plastische Landschaft des Finnen Juri Markkula, bestäubt mit einem blendenden Pigment aus Yves-Klein-Blau. Sie hebt die an Schneelandschaften in seiner Heimat erinnernden fluoreszierenden Bilder des Schweden Joakim Allgulander ebenso hervor wie Johanna K Beckers in Flüssigkeit eingegossene, handgeknetete organische Masse.

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Die Vernissage ist am Freitag (9. Juni) um 19 Uhr in der Kunsthalle am Hawerkamp. Die Öffnungszeiten bis zum 1. Oktober: immer samstags und sonntags, 15 bis 19 Uhr

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