Künstlerischer Bar-Treff im Skulptur-Projekt des Künstlerinnen-Duos „Peles Empire“
Gespräche mit geistigen Getränken

Münster -

Durch ein paar Hocker, Pflaumenschnaps und Mineralwasser verwandelte sich am Wochenende der Innenraum der Skulptur von Peles Empire in eine belebte Bar, wo Besucher dankend einen rumänischen Trunk genossen. Es war der Auftakt der Künstlerinnengespräche: Freitag mit knapp 40 Besuchern im Freien mit dem brasilianischen Bildhauer Alexandre de Cunha und Samstag mit Maria Loboda als Gast, die 2012 auf der documenta 13 vertreten war. Das „Peles Empire“-Künstlerduo Barbara Stöver und Katharina Wolff wird noch an weiteren Wochenenden zu Gesprächen in ihr Kunstwerk Kollegen einladen, mit denen sie zusammen Ausstellungen durchgeführt haben. Damit setzen sie eine Dialogreihe aus ihrer Frankfurter Studienzeit fort. Mit Loboda hatten sie zusammen in Berlin und Istanbul ausgestellt.

Sonntag, 23.07.2017, 15:07 Uhr

Gute Stimmung unter dem Treppengiebel: Künstler und Kunstfreunde gaben sich im Giebelhäuschen des Künstlerinnen-Duos „Peles Empire“ (an der Theke: Katharina Stöver, links, und Barbara Wolff, rechts) ein Stelldichein und kamen ins Gespräch.
Gute Stimmung unter dem Treppengiebel: Künstler und Kunstfreunde gaben sich im Giebelhäuschen des Künstlerinnen-Duos „Peles Empire“ (an der Theke: Katharina Stöver, links, und Barbara Wolff, rechts) ein Stelldichein und kamen ins Gespräch. Foto: Maria Conlan

Kurzweilig war das Gespräch am Samstag, fast wie eine intime Barunterhaltung – Stöver und Wolff lieferten die Stichworte und Loboda sprudelte los, alles auf Englisch, damit auch internationale Ausstellungsbesucher der Unterhaltung folgen konnten. Wegen der Wetterlage fand das Gespräch im Kunstwerk mit einem guten Dutzend Besuchern statt. Gestaltung von Werken, der Kunstbetrieb, künstlerische Schwerpunkte, Ausstellungen und Leidenschaften wurden thematisiert – bei Pflaumenschnaps und Wasser.

Loboda war noch voller Eindrücke von ihrem letzten Ausstellungsmarathon von gleich sieben verschiedenen Orten, „eine sportliche Herausforderung“. Sie verglich ihr Gefühl mit dem eines Kapitäns, der von Boot zu Boot wechsele: So besuchte sie Basel, Lyon, Vilnius, Toronto, Oxford, Zypern, Stromboli – danach war ausgiebige Entspannung zu Hause in Berlin angesagt.

Lobodas Thema ist die Kultivierung der Natur, dabei verwirrt und erschreckt sie gern den Betrachter. Sie experimentiert mit unterschiedlichen Materialien. Sie liebt es, einen Ausstellungsraum zu gestalten und ihre Objekte den Orten anzupassen. Sie möchten den Dingen eine Seele einhauchen, das Lied darin entdecken wie bei einer klingenden Glocke. Oft zitiert sie mit ihrer Kunst literarische Vorlagen, so diente bei ihrem wandelnden Zypressenwald der Documenta Macbeth als Vorlage. Sie schwärmte von Agatha Christie und Alfred Hitchcock, der mit wenigen Mitteln große Wirkungen erreiche. Es sei nicht leicht, Kunst zu verstehen, manchmal dauere es ein Leben lang. Sie versucht Symbiosen von Bösem und Schönem, Zerstören und Aufbauen, und möchte als nächstes eine Landschaft kreieren.

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Die nächsten Gespräche in der Skulptur finden am 11. und 12. August statt.

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