Schloss Classix
Neue Philharmonie Frankfurt spielte italienische Klassiker und Filmmusik

Münster -

Wie bringt man das scheinbar Unvereinbare auf einen Nenner – süffigen Belcanto-Gesang und staubige Pferde-Opern? Indem man beides auf seine italienischen Wurzeln bringt und ein Erzähler die Handlungsfäden spinnt. Wenn Gerhard Fehn sich mit pompösem Mafia-Pathos die Ehre gibt, reichen sich hinter ihm Belcanto-Schmelz und Spaghetti-Western die Hände. Und das Publikum ist aus dem Häuschen.

Sonntag, 06.08.2017, 12:08 Uhr

Moderator Ralph Philipp Ziegler führte launig durch den Abend.
Moderator Ralph Philipp Ziegler führte launig durch den Abend. Foto: Wilfried Gerharz

Münster kann von Open-Air-Genuss wohl nicht genug bekommen. Eben erst hatten die AaSeerenaden die Segel gestrichen, da legten am Freitag die „Schloss Classix“ einen fulminanten Start hin. Bei lauem Wetter gab sich die Neue Philharmonie Frankfurt die Ehre – ein Orchester, das sich auf Crossover spezialisiert hat. Mit exzellenten Gesangssolisten (Julia Sukmanova und Sebastiano Lo Medico) gab es „Italianità“ satt. Der von Steven Loyd Gonzalez toll dirigierte und Ralph Philipp Ziegler launig moderierte Abend lässt für die Zukunft manchen leichten, launigen Leckerbissen erwarten.

"Schloss Classix" im Jahr 2017

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  • Das erste Schloss ClassiX Open Air Konzert am Freitag in Münster

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Das erste Schloss ClassiX Open Air Konzert am Freitag in Münster

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  • Das erste Schloss ClassiX Open Air Konzert am Freitag in Münster

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Das erste Schloss ClassiX Open Air Konzert am Freitag in Münster

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    Foto: Wilfried Gerharz

Die richtige Dosis Hall

Die Tontechnik legte die richtige Dosis Hall auf die Musik. So kamen die Staccato-Schelmereien des „Barbiers von Sevilla“ von Rossini schmissig und präzise aus den Boxen. Ohne Umschweife ging es zu den Evergreens: „O sole mio“ musste sich nicht bis zur Zugabe gedulden. Dass Tenor Lo Medico ganz kurzfristig eingesprungen war, machte seine Leistung umso verblüffender. Der Sänger rückte jedem Stück mit Emphase und viriler Kraft zu Leibe. Sopranisitn Julia Sukmanova sang ebenfalls mit sicherer Höhe und mimischem Charme.

Seufzen, tanzen und swingen

Verdi-Duette und Fellini-Filmmusiken von Nino Rota zeigten, dass das Orchester seufzen, tanzen und swingen kann. Zu einem Portfolio zählt auch Rock, und es ist nicht zu leugnen, dass „Rock“ auch in Barock steckt. Das ist aber kein Grund, aus einem perfekten Stück wie Vivaldis „Sommer“ einen rockigen E-Bass-Brei zu stampfen. Nun, eine einzige Zitrone darf so ein Abend haben.

Mafia und Amore

Wenn nach der Pause Erzähler Gerhard Fehn den „Don Belcanto“ gibt und von dessen Liebe zur schönen Julia erzählt, klingt Lo Medico mit „Nessun dorma“ noch mal so schön. Fehn gibt satt und süffig den Padrone, das Weinglas auf dem Tisch. Musikalisch im Wechsel: Puccini und Morricone, Mafia und Amore. Die Schlosskulisse ist nach der Dämmerung nun rot beleuchtet, was zum finalen Showdown passt. Wenn dann die berühmte „Coyoten-Quarte“ („the good, the bad und the ugly“) durchs Orchester galoppiert, haut es das Publikum von den Sitzen. Yiiihaaa!

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