Kunstwerk des Monats: „Gebirgslandschaft“ von de Keunincks
Abrahams Opferung als Beiwerk

Münster -

Im September widmet sich das Museum für Kunst und Kultur einem Ölgemälde des Künstlers Kerstiaen de Keunincks (um 1564-1632) als Kunstwerk des Monats. Das Werk „Gebirgslandschaft mit der Opferung Isaaks“ ist um 1580-90 entstanden.

Montag, 11.09.2017, 19:09 Uhr

Kunstwerk des Monats: „Gebirgslandschaft mit der Opferung Isaaks“
Kunstwerk des Monats: „Gebirgslandschaft mit der Opferung Isaaks“ Foto: LWL /Sabine Ahlbrand-Dornseif

Im September widmet sich das Museum für Kunst und Kultur einem Ölgemälde des Künstlers Kerstiaen de Keunincks (um 1564-1632) als Kunstwerk des Monats. Das Werk „Gebirgslandschaft mit der Opferung Isaaks“ ist um 1580-90 entstanden. Seit 1887 ist es im Besitz des Westfälischen Kunstvereins und wird in der ständigen Sammlung des Kunstmuseums des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) gezeigt.

Das Ölgemälde ist auf Eichenholz gefertigt und zeigt eine raue Gebirgslandschaft. Diese gibt einen Blick auf einen Fluss frei, der im fernliegenden Meer mündet. Die Leserichtung des Bildes wird ins Zentrum gelenkt. In der unteren, linken Bildhälfte ist ein Pfad zu sehen, auf dem sich der orientalisch gekleidete Abraham mit Isaak bewegen. Auf einem Felsplateau in weiter Entfernung, oberhalb der Stadt, werden die beiden Figuren erneut während der Opferung Isaaks gezeigt.

Die Komposition der Gebirgslandschaft ist charakteristisch für das Schaffen von de Keuninck, der sich stark auf kontrastierende Lichtführungen konzentriert. Entgegen der an der Natur orientierten Malerei der Renaissance kommt hier das übersteigerte Prinzip der Lichtführung und Bildraumgestaltung zum Ausdruck. Das dargestellte religiöse Ereignis der Opferung Abrahams erscheint als zufälliges Beiwerk. Es zeugt vom veränderten religiösen Bewusstsein und der Religiosität der Gegenreformation.

Das 1887 erworbene Gemälde gelangte aus dem Nachlass der Kunstsammlung Keyser-Seppeler in den Besitz des Kunstvereins, der es heute dem Landesmuseums als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt. Das Gemälde auf Eichenholz ist nicht signiert. Es wurde daher fälschlicherweise dem flämischen Landschaftsmaler Gillis von Connixloo zugeordnet. Erst später wurde die künstlerische Handschrift vom belgischen Künstler Kerstiaen de Keunick erkannt, dessen Werdegang als Maler in nur wenigen Quellen beleuchtet wird. Das Gemälde aus dem Bestand des Museums ist nur fragmentarisch erhalten. Die leichte Versetzung des Bildes ist auf die Restauration des Werkes zurückzuführen.

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Seit 1978 stellt das Museum jeden Monat eine Arbeit aus der Sammlung detailliert vor. Das Kunstwerk des Monats ist im Foyer des Museums am Eingang Pferdegasse ausgestellt. Ein Text dazu ist im Museumsshop für 1 Euro erhältlich.

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